24. Oktober 2006

Neue Wege aus der Sucht

Neue Wege aus der Sucht

Gründe, warum Jugendliche zu Drogen greifen, gibt es viele: fehlende Ausbildungsplätze, Leistungsdruck in der Schule, falsche Freunde oder eine Familie, in der die Eltern selbst bereits abhängig sind. Am Anfang einer solchen Suchtkarriere steht der Alkohol, später kommen härtere Drogen hinzu. Viele Jugendliche sind von sich aus nicht in der Lage, eine Orientierung für ihr Leben zu finden. Sie versäumen ihren Schulabschluss, schaffen den Einstieg in eine Ausbildung nicht bzw. haben überhaupt keine Vorstellung, was sie aus ihrem Leben machen wollen. Die AWO-Jugendwerkstatt in Dresden-Prohlis bietet seit sechs Jahren 18 Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren die Möglichkeit, neue Wege für die eigene Lebensplanung zu finden. Davon sind sechs Plätze speziell für Jugendliche mit Drogenproblemen. Das Angebot richtet sich einerseits an Betroffene nach einer Entgiftung, die auf einen Therapieplatz warten, sowie an Jugendliche nach der Therapie. Die Heranwachsenden können täglich in den Bereichen Holzwerkstatt, Hauswirtschaft mit Küche und Garten und Kreativwerkstatt arbeiten. Betreut werden sie von kompetenten Fachanleitern. Im Mittelpunkt steht dabei die Neustrukturierung ihres Alltags. Sie werden an Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit und Verbindlichkeit herangeführt, ihre tägliche Belastbarkeit wird Schritt für Schritt gesteigert. Eine intensive sozialpädagogische Betreuung sorgt dafür, dass ihre psychischen und ihre Suchtprobleme konsequent weiter bearbeitet werden. Zweimal wöchentlich erhalten sie zusätzlich Stützunterricht. Nach und nach werden den Jugendlichen Möglichkei-ten aufgezeigt, ihr Leben zu ändern. Am Ende einer erfolgreichen Teilnahme von maximal 12 Monaten erhalten sie ein Zeugnis, welches es ihnen erleichtert, ihren Schulabschluss nachzuholen, in eine Ausbildung oder andere Maßnahmen des Arbeits-amtes zu kommen. Natürlich besteht der Sinn des Lebens nicht nur aus gemeinnütziger Arbeit und Problembearbeitung. Begleitet wird das Projekt von erlebnispädagogischen Angeboten, wie gemeinsamen Ausflügen in die Sächsische Schweiz oder auch ein Besuch der Frauenkirche. Eine nicht unwesentliche Motivation ist auch das Anerkennungsgeld, welches arbeitszeit- und leistungsabhängig gezahlt wird. Die Arbeit der AWO-Jugendwerkstatt ist für das Wohnumfeld ein Gewinn. Sie hilft gemeinnützigen Einrichtungen im Wohngebiet und bietet ihre Dienste allen Einwohnern im Stadtteil an. Die BürgerInnen erhalten Unterstützung bei der Reparatur und Aufarbeitung von Möbeln und Türen und in der Nähwerkstatt kann man Kleidungsstücke und Gardinen ändern lassen. Das Catering der Jugendküche ist von ausgesprochen hoher Qualität. Die erfolgreich erledigten Aufgaben sind nicht zuletzt auch Erfolgserlebnisse für die Jugendlichen und damit der beste Weg zu einem selbstbestimmten Leben ohne Sucht!

(RF)

Foto: Für den benachbarten Seniorentreff, für den die Werkstatt auch das gesamte Mobiliar gebaut hat, kochen die Jugendlichen das Mittagessen.

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