24. Oktober 2006
Dresdner Schulnetz steht vor neuen Veränderungen
Eigentlich wurde den Dresdnern im Jahre 2002 versprochen, dass die Schulnetzplanung vorerst abgeschlossen sei und neben den bisher beschlossenen Schließungen und Zusammenlegungen mittelfristig keine wesentlichen Änderungen zu erwarten sind. Nun kommt doch alles anders, und es muß erneut grundsätzlich diskutiert werden. Die Landesregierung hatte kurzfristig die Hürden für das Gymnasium auf eine Durchschnittsnote von 2,5 heruntergestellt. Damit wollen plötzlich 60 Prozent der Fünftklässler auf ein Gymnasium und nur noch 40 Prozent auf eine Mittelschule. Vorher war das Verhältnis umgekehrt. Allein diese Änderung hat die gesamte Planung Dresdens über den Haufen geworfen. Mittelschulen bekommen nicht mehr die nötigen Klassenstärken für einen dreizügigen Betrieb, und die 13 Gymnasien der Stadt reichen nicht mehr aus. Das Schulverwaltungsamt musste neu planen und trägt derzeit die Vorstellungen in den Ortsbeiräten vor. In Cotta gab es eine klare Ablehnung der geplanten Schließung der 38. Mittelschule an der Saalhauser Straße. Stattdessen wurde eine Fusionierung mit der 35. Mittelschule (Clara-Zetkin-Straße) vorgeschlagen. Auch der Vorschlag, Grundschüler künftig in das bisherige Berufsschulzentrum Bünaustraße zu schicken, fand keinen Beifall. Dort sei der Schulhof für Grundschüler völlig ungeeignet, und für den Hort gibt es keinen Platz. Zu den mehr benötigten Gymnasien schlägt der Ortsbeirat vor, das vergangenes Jahr geschlossene Johann-Andreas-Schubert-Gymnasium in Gorbitz wieder zu beleben. Auch in Loschwitz stießen die Vorstellungen des Schulverwaltungsamtes auf Ablehnung. Die 62. Grundschule am Körnerplatz und die 88. Grundschule in Hosterwitz sollen fusionieren und am Platanenweg in Niederpoyritz gemeinsam öffnen. Das würde viel zu weite Schulwege bringen. Stattdessen kam der Vorschlag, die Schule am Körnerplatz als "Mittelschule am Fluß" zu deklarieren. Mit einem eigenen Steg und Bootshaus könnte neben dem naturwissenschaftlichen Profil ein (wasser)-sportliches hinzukommen. Kooperation könnte es mit der gegenüberliegenden Bootswerft in Laubegast und dem Segelclub Wachwitz geben. Probleme sieht man auch in Pillnitz, weil zu wenig Fünftklässler sich zur Mittelschule anmelden. Müßte aber die 88. Mittelschule geschlossen werden, gibt es dort dieses Schulangebot gar nicht mehr.
Ursula
