02. November 2006
Gestalten statt Gewalt
Dresden. Bewohner und Gäste der Neustadt können über Abwechslung und Kurzweil in Dresdens lebendigstem Viertel gewiss nicht klagen. Auf die Vorfälle der zurück liegenden Wochenenden in den Neustädter Straßen hätten sie aber liebend gern verzichtet: Schlägereien, Zerstörungswut und brennende Müllcontainer brachten die Neustadt einmal mehr ins Gerede. Nun, am vergangenen Wochenende ist nichts "angebrannt" - im wahrsten Sinne des Wortes. Omnipräsente Ordnungshüter schreckten Radaubrüder ab, die ihren Abenteuerspielplatz vom heimischen Dorfanger wieder mal auf städtische Straßen verlagern wollten, und rund hundert einheimische Musiker demonstrierten mit einer Vollmond-Session auf ihre Weise für ein ruhiges, friedliches Viertel, Motto: "Gestalten statt zerstören". Kurzzeitig mögen das probate Mittel sein, endlich wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch auf Dauer ist das zu wenig. Für eine langfristige Lösung bedarf es langfristiger Konzepte auf breiter Grundlage. Statt "Big-Brother"-Kameras zu installieren, sollten Polizei, Anwohner, Gewerbetreibende und nicht zuletzt Kommunalpolitiker sich ernsthaft mit den Gründen für die Ausschreitungen auseinandersetzen und wirkungsvolleMaßnahmen für Ruhe und Frieden im Stadtteil ergreifen.
Ekki Garten
