08. November 2006

Wie Dresden zur Stadt der Weihnacht wird...

Wie Dresden zur Stadt der Weihnacht wird...

Dresden. Es war am Montag, 7.30 Uhr, im Ullersdorfer Forst. Waldarbeiter rückten mit der Kettensäge einer 35 Meter hohen Fiche zu Leibe und legte sie zur Erde. 110 Jahre lang ist das stattliche "Bäumchen" gewachsen, um nun auf dem ältesten deutschen Weihnachtsmarkt, dem 572. Striezelmarkt in Dresden gekrönt zu werden. Eine 310 Meter lange Lichterkette wird ihm umgehangen, und am 29. November leuchten gegen 16 Uhr 620 Lampen zum ersten Mal an ihm auf, wenn der Striezelmarkt feierlich eröffnet wird. Vorher hatte ihm Pfarrer Joachim Zirkler in der Kreuzkirche bei einem ökumenischen Gottesdienst noch den Segen gegeben. Der diesjährige Striezelmarkt ist kürzer als bisher, weil der 4. Advent bereits auf Heiligabend fällt. Deshalb erfolgt auch die Eröffnung einen Tag früher als bisher. Die traditionellen Veranstaltungen wie Pfefferkuchen-, Stollen- und Pyramidenfest wird es aber trotzdem geben. Nur die Bergparade kann diesmal nicht stattfinden. Der Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert unterstreicht, daß auf den diesjährigen Weihnachtsmarkt mehrfach das 800-jährige Stadtjubiläum ausstrahlt. So ist der Traditionsstollen beim Anschnitt 800 Zentimeter lang und eine 800 Millimeter große Räucherkerze wird angezündet. Die Striezelmarkt-Glühweintasse, längst schon ein begehrtes Sammelobjekt, ist diesmal stahlblau und trägt die Stadtjubiläumsschlagzeile "Zeit für Dresden". Der Dresdner Striezelmarkt ist und bleibt eine Attraktion! Es hatten sich 421 Händler in 27 Angebotsgruppen um eine Hütte beworben. Aus Platzgründen konnten nur 238 zugelassen werden. Neben Glühwein, Stollen und anderen Leckereien oder Imbiß-Offerten dominiert vor allem Weihnachtliches aus dem Kunsthandwerk. Man wird also Geschenke finden, die es im Kaufhaus so nicht gibt. Aber es dominiert nicht der Kommerz. An der großen Märchenschloßbühne können die Besucher insgesamt 128 Programme erleben, und natürlich öffnet der Weihnachtsmann täglich wieder ein Adventsfensterchen. Zum Pfefferkuchenfest am 2. Dezember wird eine Pfefferkuchenprinzessin gekürt, die einen 600-Euro-Scheck für eine künstlerische Ausbildung bekommt. 40 Bewerbungen liegen vor. Außerdem werden an Omis und Opas, die von ihren Enkeln vorgeschlagen wurden, Pfefferkuchen-Orden verliehen. Aber man geht auch mit der Zeit: Rund um die Uhr wird eine Web-Kamera den Striezelmarkt in jede Wohnstube bringen, wenn dort am Computer die Internetadresse www.dresden.de/striezelmarkt eingegeben wurde. Dresden wird aber auch noch an anderen Standorten zur "Weihnachtsstadt". So lädt auf der Hauptstraße die "Neustädter Weihnacht" ein, die am 1. Dezember eröffnet wird. 79 Händler unterbreiten dort ihre Angebote, es wird Veranstaltungen geben und Kammersänger Theo Adam hat dafür die Schirmherrschaft übernommen. Auf der Prager Straße buhlen 69 Händler um ihre Kunden, und zum ersten Mal öffnet Santa Claas ein begehbares Haus. Auch das Adventsspektakel im Stallhof oder den Loschwitzer Elbhang-Weihnachtsmarkt wird es wieder geben. Ganz neu ist ein romantischer Weihnachtsmarkt, dem 19. Jahrhundert nachempfunden, der an der Piazza zwischen Taschenbergpalais und Schloß aufgebaut wird.

R.

Foto: Fast 15 Meter hoch ist diese Weihnachtspyramide, die jetzt auch schon auf dem Altmarkt steht.

Foto: Garten

Anmeldung