08. November 2006
Neue Visitenkarte der Stadt
Dresden. Der Dresdner Hauptbahnhof, anstelle des Böhmischen Bahnhofs 1892-97 von Ernst Giese, Paul Weidner und Arwed Rosbach erbaut, wird seit sechs Jahren umfassend saniert. Zerstörungen im 2. Weltkrieg und die Flutkatastrophe vom August 2002 machten Investitionen von über 70 Millionen Euro nötig. Am Freitag wird er nun als neue Visitenkarte Dresdens feierlich übergeben. Der amerikanische Architekt des Umbaus, Lord Norman Forster (sein Architekturbüro realisierte auch den Umbau des Berliner Reichstages) und der DB-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn kommen zur Übergabe. Für die Dresdner und ihre Gäste veranstaltet die Deutsche Bahn am 11. und 12. November ein zweitägigen Fest. Der Dresdner Hauptbahnhof bekam statt eines Glasdaches ein neues Membrandach, einem Material aus äußerst reißfesten Gewebe (Teflon-Dach aus Glasfaser). Die Farbe des Materials ist weiß. Es lässt je nach Sonnenintensität verschiedene Farbtöne des Tageslichtes durchscheinen oder reflektiert es auf der Außenseite. Direkt über den eisernen Hallenbögen spaltet sich das zeltartige Dach zu schmalen Schlitzen, die den direkten Blick zum Himmel freigeben. Die selbst reinigende Teflon-Membran stammt von der Firma "Sky-span" in Rirnsting am Chiemsee. Sie ist nicht einmal einen Millimeter dick, jedoch aufgrund ihrer Eigenschaften extrem wetterfest. Die beiden Ecktürme der Hauptfassade wurden denkmalpflegerisch erneut hinzugefügt. Ebenfalls gründlich saniert wurde die imposante Eisenkonstruktion der drei großen Hallenbögen, zur Entstehungszeit um 1892 das Modernste an europäischer Ingenieurleistung im wilhelminischen Deutschland und die große Eingangshalle mit Kuppel. Der ehemalige separate Eingang für die sächsische Königsfamilie wird als neuer Eingang für die Reisenden des Zentralen Omnibus-Bahnhofs, der am westlichen Ende des Wiener Platzes entstehen soll, ausgebaut.
R.
