08. November 2006
Auftakt im Stephanie-Prozess
Dresden. Es muss schlimm gewesen sein, sehr schlimm. Erdulden musste es ein damals 13-jähriges Mädchen. Denn statt wie jeden Tag in ihrer Schule anzukommen, fand sie sich am 11. Januar urplötzlich in den Fängen eines Sexualtäters wieder. Und das für Wochen! Was zum Auftakt der Verhandlung gegen den Entführer von Stephanie vor dem Dresdner Landgericht an Widerlichkeiten zur Sprache kam, war schockierend. So schockierend, dass selbst Zeitungen, die sonst nicht für ihre Zurückhaltung bekannt sind, auf die Wiedergabe dieser obszön-bizarren Details wohlweislich verzichteten. Es gibt leider genug Voyeure, die sich daran nur aufgeilen würden. Der Fall Stephanie ist kein Einzelfall; er geht uns aber so nahe, weil es vor unserer Haustür passiert ist. Mitten unter uns. In Dresden.
Hans-Georg Prause
