13. Dezember 2006

Wiedergeburt von Maxe B.

Wiedergeburt von Maxe B.

Dresden. Noch bis 28. Januar 2007 in der Komödie Dresden auf dem Spielplan: "Maxe Baumann wird Hoteldirektor". Maxe Baumann, ja war das denn nicht …? Genau: Gerd E. Schäfer mit der Pfeffi-Stimme, der Star der stets quotenträchtigen Silvesterschwänke des DDR-Fernsehens "Maxe Baumann" und "Ferienheim Bergkristall". 14 Jahre auf dem Schirm, gelten diese heute als Kult, wie ausschnittweise Wiederholungen unterstreichen. So ist die Idee schon mal gut, Maxe auf der Bühne wieder auferstehen zu lassen. Die Komödie Dresden hatte sie und bestellte ein entsprechendes Stück bei Hannes Hahnemann (nicht verwandt mit Helga) und Theresa Scholze und brachte es jetzt in Uraufführung unter der Regie von Jürgen Mai heraus. Die Autoren beziehen sich mit einem Kunstgriff auf beide Serien, setzen das Ganze ohne allzu viel Ostalgie in die Nach-Wende-Zeit und bedienen die Erwartungshaltung hinsichtlich Turbulenz und Wortwitz, wobei sie tief in die Schwank-Kiste greifen, aber auch Raum für aktuelle Seitenhiebe und Gags lassen. Zu Lachen gibt es viel. Hinterfragen allerdings sollte man die Story nicht. Ein Schwank bleibt ein Schwank. Logik und tiefere Bedeutung überlässt er anderen Genres. Der neue Maxe Baumann heißt Dietmar Burghard. Ohne das Vorbild zu kopieren, trifft er den richtigen Typ und Ton. Überhaupt knien sich die SchauspielerInnen, gestandene wie ganz junge, offensichtlich mit Freude in ihre Rollen, so dass der be-rühmte Funke spätestens nach der Pause überspringt und beim Publikum zündet. Bei der furiosen Playbackshow ("Kulturprogramm") gerät es geradezu aus dem Häuschen. Zumal die Parodien gut gemacht sind. Kurios: Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals, der Maxes West-Pendant gibt, parodiert sich selbst. Außer den Genannten spielen Heidi Weigelt, Ramona Kunze-Libnow, Christian Kühn, Philipp Richter, Beate Laaß, Paula Federau. Mit Böhm alterniert Beppo Küster, mit Kunze-Libnow Angela Schlabinger.

ergü

Foto: Bodenständiges Komödien-Team: Anstossen mit Bier statt Sekt nach einer erfolgreichen Premiere.

Foto: A. Weihs

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