27. Juni 2006

Zeitspiel beim Stadionneubau

Bei Dynamo Dresden hat am Montag das Training wieder begonnen. Mit acht Neuen heißt das mehr oder weniger klar formulierte Ziel: Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. In welchem Stadion die Traditionself dann aber spielen wird, ist dagegen völlig unklar. Der Stadtrat hatte sich zwar für ein neues Stadion am alten Standort entschieden und den Investor HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH für den Bau favorisiert, aber ein Auftrag wurde bislang noch nicht unterschrieben. HBM will 40 Millionen Euro investieren. Die Stadt soll etwas mehr als vier Millionen zuschießen und Dynamo muß ab einer zweiten Regionalliga-Saison 1,5 Millionen Euro zahlen. Alles klar? Nicht ganz. Denn die CDU-Fraktion bemängelte an diesem Projekt, daß darin eine Bürgschaft und weitere Risiken versteckt seien. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann wurde deshalb beauftragt, bis 15. Juni mit HBM über die kritischen Punkte zu verhandeln. Vorige Woche informierte er zwar die Fraktionen über seine Gespräche, sagte aber nichts Substantielles über den Fortgang der Verhandlungen. Er will nun zur letzten Stadtratsitzung vor der Sommerpause, am 13. Juli, das Thema auf die Tagesordnung bringen. Jens Genschmar (FDP) befürchtet, daß die CDU den Stadionneubau noch verhindern will. Auch Torsten Hans (Grüne) will sofort wissen, wie es weiter geht, und André Schollbach (Linke.PDS) fordert eine Stadtrat-Sondersitzung zum Stadion. Und eine solche ist inzwischen für den 7. Juli angesetzt. Bei einem "Spiel auf Zeit" gibt es im Fußball die Gelbe Karte, hier aber kostet die Verzögerung irgendwann Geld. Sollte nämlich das neue Stadion nicht gebaut werden, würde die Flickschusterei am alten Gelände bis zu zehn Millionen Euro in den nächsten Jahren kosten. Dynamo spielt jetzt schon nur mit einer Ausnahmegenehmigungen. Erreichen die Schwarz-Gelben nächstes Jahr ihr Ziel, die 2. Bundesliga, müßte eine Ausweichspielstätte her.

R.

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