01. Juni 2006
Alles wird teurer?
Die noch immer öffentlich so heiß diskutierte wie bei Fachleuten
auch nicht unumstrittene Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19
Prozent ab dem 1. Januar des nächsten Jahres ist eine beschlossene
Sache. "Es ist zu befürchten, daß der Handel schon im IV. Quartal
2006 die Preise erhöhen wird", vermutet Marion Schmidt von der
sächsischen Verbraucherzentrale. Einige Produkte werden weniger
stark, andere dafür überproportional teurer werden. Die
Preiseskapaden der Euro-Umstellung sind vielen Verbrauchern noch in
guter Erinnerung. "Ob es tatsächlich Hamsterkäufe geben wird, ist
bei der wirtschaftlichen Lage vieler Haushalte fraglich", schätzt
die Verbraucherschützerin ein. Wer aber hochwertige Waren mit
langen Lieferfristen kaufen und noch sparen will, sollte jetzt
zuschlagen, später könnte es ein teurer Kauf werden, denn der
Zeitpunkt der Lieferung ist entscheidend. Wurde noch 2006 die
Auslieferung eines Autos beispielsweise für das neue Jahr
vereinbart, gilt dann schon der neue Steuersatz ebenso wie für alle
Verträge, die nach dem 01.01.2007 abgeschlossen werden. Bei An-
oder Abschlagszahlungen bis 31.12.2006 wirkt sich der neue
Steuersatz zunächst nicht aus. Allerdings wird der Händler, wenn
die Lieferung der Ware erst nach dem Stichtag erfolgt, den neuen
Steuersatz auf den Endpreis berechnen, der sich dann indirekt auf
die Anzahlung mit auswirkt. Bei Ratenkäufen verhält es sich ebenso,
das heißt, unabhängig von der Zahlung der einzelnen Raten ist für
den Steuersatz nur der Tag maßgeblich, an dem die Lieferung
erfolgt. Bei Teilleistungen als wirtschaftlich abgrenzbare Teile
einer einheitlichen Leistung, z.B. bei der Erneuerung von Fenstern
und Fliesen in einem Haus, wo vereinbart wurde, daß die Arbeiten
getrennt abgerechnet werden, kann es sich um unterschiedliche
Steuersätze handeln, wenn die Fenster vor der Steuererhöhung
eingebaut wurden und die Fliesenerneuerung nach der Steuererhöhung
erfolgte.