01. Juni 2006

Suche nach Sexualtäter: Massen-Gentest

Dresden. Mit einem Massen-Gentest will die Dresdner Polizei einem gefährlichen Sexualverbrecher auf die Spur kommen. Bei der in diesem Ausmaß bisher einmaligen Aktion soll bei 80 000 Männer aus Dresden und dem Umland eine DNA-Analyse vorgenommen werden. Nachdem ein Unbekannter im September 2005 und im Januar 2006 in Hellerau und Coswig zwei Mädchen (9 und 11 Jahre) mißbraucht hatte und die daraufhin gegründete "Soko Heller" - u.a. auch mit einem Gentest bei rund 900 Männern, die ins Tatraster paßten - bislang keinen Erfolg verbuchen konnte, gab das Amtsgericht nun grünes Licht für einen Massentest: Ab Juli sollen alle Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, die 1,65 bis 1,85 Meter groß sind und in Dresden bzw. nördlich sowie nordwestlich der Stadt wohnen, Speichelprobe abgeben. Es ist das bisher größte sogenannte Massenscreening in Deutschland. Beim bisher größten DNA-Test in Deutschland beteiligten sich 2002/03 in Sachsen- Anhalt und Brandenburg etwa 16 000 Männer. Die Auswertung des Materials aus Dresden und Umgebung kann bis zu acht Jahren dauern, sollte der Täter nicht früher gefunden werden. Beim Test werde eine Speichelprobe abgenommen, die anonym im Labor untersucht und mit der DNA des Sextäters verglichen wird. Proben, die nicht mit dem Erbmaterial des Täters übereinstimmen , müssen gemeinsam mit den Daten der dazugehörigen Personen vernichtet werden. Über den Ablauf des (freiwilligen) Massentests und die Verwaltung der Daten gibt es noch keine genauen Angaben. Fest steht, daß er, sollte der Täter nicht vorher entdeckt werden, bei 80 000 Testpersonen rund 2,24 Millionen kostet.
Anmeldung