10. Januar 2007
Nobelherberge im "Riegel"
Dresden. Die jüngste Tourismussta- tistik von Dresden weckt offensichtlich Begehrlichkeiten. Über 20 Prozent Steigerung der Übernachtungen, ausgebuchte Hotels an vielen Wochenenden des Jahres, da werden auch Hotelketten munter, die noch nicht in Dresden sess-haft sind. Deshalb überrascht die Ankündigung der Octavian King Holdings N.V. kaum, ihr "Haus am Zwinger", den 170 Meter langen "Advanta-Riegel" zum Luxushotel mit 200 Zimmern und Suiten umzubauen. Eigentümer Dieter Bock, dem weitere hochkarätige Hotels in Deutschland gehören, das "Atlantic" in Hamburg, das "Gravenbruch" in Frankfurt am Main oder das "Mercure" in Chemnitz, hatte auch das Taschenbergpalais mit dem Kempinski Hotel aufgebaut und wollte damals schon ein weiteres Hotel im erwähnten Riegel einrichten. Als der jedoch 1999 fertig gestellt war, übernahm die Trize-chahn Europe GmbH das Gebäude und ließ die US-Firma First-Mark einziehen, der hier 800 Arbeitsplätze schaffen wollte. Kurze Zeit später landete die Firma jedoch vor dem Insolvenzgericht, und ab 2001 dümpelte die Immobilie mit schlechter Auslastung der Büro-Kapazitäten vor sich hin. Das soll sich jetzt schnellsten ändern. Bocks Firma hat bereits 50 Millionen Euro locker gemacht, um in der 2. bis 4. Etage die Hotelzimmer einzurichten. Im 5. Stock sind Bankett-Räume geplant und darüber Gastronomie sowie Fitness und Tagungsräume. Noch im Januar werden die Baupläne eingereicht, und im März/April sollen bereits die Umbauten beginnen. Eine noch nicht in Dresden vertretene internationale Hotelkette ist der mögliche Betreiber. Der Nachbar, das Kempinski Hotel, sieht dem neuen Mitbewerber gelassen entgegen. "Schließlich haben wir den gleichen Besitzer und der ist interessiert, daß sich beide Häuser gut entwickeln. Wir haben den besseren Blick zum Zwinger und Theaterplatz. Wir beide zusammen profitieren von SAP, bald Mieter im neuen Kubus am Postplatz. Gemeinsam können wir mehr ausländische Gäste locken", meint Ronald in't Veld, Direktor des Kempinski Hotels Taschenbergpalais.
R.
Foto: Bevor die Hotelgäste im "Haus amZwinger" den Blick auf Postplatz und Zwinger genießen können, muss der marode Fresswürfel abgerissen werden. Die Mauerreste im Vordergrund gehören zum ehemaligen Hotel "Deutscher Herold", das im Februar 1945 zerstört wurde.
Foto: Garten
