13. März 2007
Bahnhof noch zwei Jahre Baustelle
Als im November 2006 der Hauptbahnhof mit einer großen Show neu eingeweiht wurde, konnte die Südseite nicht betreten werden. Dort wurde noch kräftig gewerkelt, und es stand fest, daß die Bauarbeiten noch mindestens zwei Jahre andauern. Jetzt hat sich die Baustelle zur Bayrischen Straße hin geöffnet; das Ausmaß der Arbeiten ist für jedermann sichtbar. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Tragwerke für die Hochgleise 1 bis 5 errichtet und haben inzwischen arg gelitten. Zuletzt durften die Züge dort nur mit zehn Kilometern pro Stunde schleichen. Der Personen- und Güterverkehr nach Tschechien, der dort rollen soll, nimmt an Umfang weiterhin zu. Deshalb war die Erneuerung der Tragwerke dringend nötig. Die Gleise zwei und drei sind bereits wieder in Betrieb. Jetzt drehen sich die Kräne für das Gleis eins. Die Logistik dieser Baustelle ist laut Bauleiter Michael Wothe besonders schwierig. Zwei Gleise müssen dort immer in Betrieb sein. Das bedeutet, daß man nicht Abschnitt für Abschnitt bauen kann, sondern immer an mehreren Stellen gleichzeitig. Das erfordert auch Werkzeuge und Verschalungen im Doppelpack. Um dem Denkmalschutz zu entsprechen, müssen alte Fassadenteile schonend behandelt werden, denn sie sollen die Bahnhofseite wieder schmücken. Auch die alten Pfeiler des Tragwerkes werden die über 100-jährige Geschichte des Bahnhofs zeigen. Bis Ende dieses Jahres sollen drei Gleise für den Güterverkehr fertig sein. Außerhalb der Halle entstehen dazu zwei zusätzliche Hochgleise. Im Frühjahr 2008 beginnen die Arbeiten auf dem Bahnsteig. Mitte 2009 soll alles fertig und an das elektronische Stellwerk angeschlossen sein. Unter den Hochgleisen werden in der Südhalle etwa 10 000 Quadratmeter Handels- und Servicefläche eingerichtet. Weiterhin sind Schließfächer, Toiletten, ein Warteraum und eine weitere Fahrradstation (wie in der Nordhalle) geplant.
R.
Foto (Ruhnau): An der Südseite des Hauptbahnhofs, außerhalb der Halle, entstehen zwei Hochgleise für den Güterverkehr.
Mehr Aktuelles zu Dresden und dem Umland in der "Dresdner Woche" bei www.dresden-report.de
