13. März 2007
Chinesischer Pavillon 2008 im neuen Glanz
Lange Zeit hat er vor sich hingegammelt, der chinesische Pavillon auf dem Weiße Hirsch. Nun soll das deutschlandweit einzigartige Kleinod wieder im alten Glanz erstrahlen. Wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind und die Finanzierung gesichert ist, könnte im Mai, Juni die denkmalgerechte Sanierung des fernöstlichen Bauwerkes beginnen. Das jedenfalls hofft der Verein "Chinesischer Pavillon zu Dresden". Der 2006 gegründete Förderverein hat das Grundstück mit dem originellen Gebäude am Rande der Dresdner Heide von der Stadt gekauft. Alle statischen Untersuchungen, Brandschutzgutachten, Planungen sowie der Bauantrag haben die rund 20 Vereinsmitglieder finanziert. Während die Baugenehmigung bereits erteilt sei, müsse über den Freiflächenplan noch verhandelt werden, teilt der Vereinsvorsitzende Dr. Malte von Bargen mit. Zuversichtlich ist der 77-jährige Rechtsanwalt im Ruhestand auch hinsichtlich der noch benötigten eine Million Baukosten. Das Geld soll mit Hilfe von Stifterbriefen und Spenden zusammengetragen werden. Außerdem hofft von Bargen auf die Unterstützung ortsansässiger, mit China verbundener Firmen. Sie sind am 22. März zu einem Unternehmerkolloquium eingeladen, wo sich der Verein vorstelltt. Wenn alles klappt, könnte der chinesische Pavillon nahe der Bautzner Landstraße bereits im Sommer 2008 im Rahmen der Aktion "China und Europa" zu einer ersten Ausstellung einladen und beliebter Treffpunkt für Dresdner wie Gäste werden. Besonders chinesische Touristen fänden auf dem Weißen Hirsch ein Stückchen Heimat wieder, freut sich von Bargen, der ausdrücklich die von China gewünschte Städtepartnerschaft Dresden-Hangzhou begrüßt. Verbinden den 77-Jährigen doch viele persönliche Erlebnisse und Begegnungen mit dem "Reich der Mitte". Der 1911 von chinesischen Handwerkern anlässlich der 1. Internationalen Hygieneausstellung in Dresden errichtete Pavillon wurde für 7000 Goldmark an den Gemeinderat vom Weißen Hirsch verkauft und in den damaligen Kurgarten am Rathaushausplatz versetzt. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnten hier die Gäste in "gehobenem" Ambiente gemütlich beim Kaffee plauschen und die eine oder andere Zeitung studieren. Bis zu 50 Gazetten lagen und hingen zur Auswahl. Auch zu DDR-Zeiten nutzten viele Ausflügler und Spaziergänger das "Lesecafe" mit der ruhigen Terrasse am Rande der Heide zum Verweilen. Betreiber war unter anderem die HO. Nach 1990 hatten Vietnamesen in dem originellen Pavillon ein China-Restaurant eingerichtet, das allerdings 1997 in Flammen aufging. Seither verfällt das hölzerne Gebäude zusehends. Zum Glück, so von Bargen, seien wichtige, tragende Elemente noch intakt und ein Wiederaufbau dieses originalen chinesischen Bauwerkes möglich.
G. Besser
Foto (G. Besser): Dr. Malte v. Bargen und Dr. Werner mankel sind die Initiatoren für die denkmalgerechte sanierung des Pavillons.
