15. Mai 2007

Stadtrat bewilligt Geld für Affen, Löwen & Co

Zoochef Karl-Heinz Ukena konnte nach der jüngsten Stadtratsitzung aufatmen. Mit einer überwältigenden Mehrheit stimmten die Stadträte dem Investitionsprogramm über 16 Millionen Euro zu. Allein 3,4 Millionen Euro stehen damit für eine neue Giraffen- und Zebraanlage zur Verfügung, und 2,65 Millionen Euro können für die Löwen- und Karakalanlage verwendet werden. Es entsteht eine neue Futtermeisterei, das Oranghaus bekommt eine umfassende Auffrischung und weitere Projekte werden Realität. "Ich bin überaus glücklich, daß wir in diesem Umfang bauen können", meinte der Zoodirektor, der die Diskussion im Plenarsaal des Rathauses mit Spannung verfolgt hatte.

Hohe Mehrkosten

Ein Zusatzpunkt wurde in der Sitzung zur Eishalle aufgenommen. Ursprünglich hatte der Münchner Architekt Hans-Jürgen Schmidt-Schicketanz 23,7 Millionen Euro für den Neubau im Ostragehege kalkuliert, steht aber jetzt bei 30 Millionen Euro. Diese Mehrkosten begründet er mit verschärften Auflagen der Behörden und gestiegenen Preisen für Baumaterialien. Der Stadtrat beauftragte das Rechnungsprüfungsamt, bis zum 1. September Ursachen und Verantwortlichkeit tief zu prüfen und Handlungsvorschläge zu geben. Vorerst wurde noch nicht über personelle Konsequenzen gesprochen. Um die beträchtliche Finanzierungslücke von 3,6 Millionen Euro beim Gesamtbudget von rund sechs Millionen Euro geht es bei der Schacholympiade. Die Sponsorenmannschaft, von der 4,2 Millionen Euro kommen sollen, steht noch lange nicht, und von den 500 000 Euro, die als Zuschuß vom Bund eingeplant sind, wurden bisher nur 100 000 Euro zugesagt. Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) will sich jetzt persönlich der Sache annehmen und mit dem Bundeskanzleramt verhandeln. Heftig wurde um die Person des Chairman Dirk Jordan debattiert. Die SPD sieht ihn in dubiose Abrechnungspraktiken verwickelt. Immerhin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen zweckwidriger Verwendung von Geldern bei der jüngsten Europameisterschaft. Lars Kluger (CDU) warf der SPD eine rufschädigende Kampagne vor. An den Vorwürfen sei nichts dran.

Alte Ausschreibung

Auf der Tagesordnung stand weiterhin der Neubau der Operette. Intendant Wolfgang Schaller kritisiert die Kalkulation für die Ausschreibung. Die sei drei Jahre alt, und zwischenzeitlich hätten sich die Preise für Baumaterialien erheblich erhöht. Er befürchtet Refinanzierungsprobleme der Investoren bei den Vorgaben der Stadt: 1,4 Millionen Euro jährliche Miete inklusive Mehrwertsteuer plus 430 000 Euro Betriebskosten.

Weiterhin sprach sich der Stadtrat für den Erhalt aller in Dresden stationierten Einheiten der Bereitschaftspolizei aus.

her

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