30. Mai 2007

Als Schutzengel im Fußball-Stadion

Als Schutzengel im Fußball-Stadion

Wenn es im Rudolf-Harbig-Stadion nicht nur auf dem Rasen, sondern nicht selten auch auf den Zuschauerrängen heiß her geht, sind für den Fall der Notfälle stets 25 ehrenamtliche Helfer aus den DRK-Kreisverbänden Dresden und Freital sowie ein Notarzt vor Ort - am Sonnabend beim Spiel gegen die Jungprofis vom Hamburger SV vorerst das letzte Mal. Die Saison geht zu Ende. Und das eben nicht nur für die Fußballer.

An ihrer roten, übrigens brandhemmenden Einsatzkleidung, den Sicherheitsschuhen und dem Einsatzhelm sind die sechs Sanitäter des Innenteams zu erkennen. Sie stehen in der Fankurve, damit sie verletzten Spielern und Zuschauern sofort zu Hilfe kommen können. Die Verletzten werden dann in die beiden Sanitätszelte gebracht, wo sich die Außenteams um sie kümmern. "Betroffene kommen häufig aber auch selbst zum Zelt", erzählt René Strietzel, Zugführer des 1. Sanitätszugs Dresden, der bei den Einsätzen als Abschnittsleiter für das DRK Dresden dabei ist. "Dort werden sie medizinisch versorgt, bei schlimmen Verletzungen wird der Rettungsdienst gerufen." Häufig sind es Alkoholmissbrauch oder Kreislaufprobleme, die eine Hilfe notwenig machen. Bei brisanten Spielen erleiden Zuschauer aber nicht selten Verletzungen durch Rauchbomben oder Pfefferspray. Mitunter gibt es aber auch Spieltage ohne Verletzte. "Da ist man immer froh", so René Strietzel. Die Situation im Sanitätszelt kann übrigens ab und an kritisch werden. Wenn etwa Fans gegnerischer Mannschaften selbst bei der medizinischen Versorgung aufeinander losgehen wollen. Um solchen Situationen gewachsen zu sein, haben die Helfer ein Deeskalationstraining bei der Bereitschaftspolizei gemacht. Sie lernten, wie man das Ausbrechen von Emotionen verhindern kann oder Störenfriede allein mit Zureden aus dem Sanitätszelt heraus bekommt. "Und wenn das dann wirklich klappt, ist das einfach nur toll!", so Strietzel.

Wer als Freiwilliger bei der Absicherung im Stadion mitmachen will, muss keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Er benötigt die Helfergrundausbildung des DRK, zu der neben medizinischen Fertigkeiten auch Einsatztaktik gehört und kann freiwillig aufbauende Ausbildungen absolvieren. "Dynamo-Dienste sind auch Routine", so Strietzel. Für die sich gerade die Fußball-Fans beim DRK nur zu gern freiwillig melden.

PS: Auskünfte über die ehrenamtliche Mitarbeit beim DRK erhält man beim zuständigen DRK-Kreisverband, in Dresden ist das auf der Klingerstraße 20, Telefon 850 02 20.

Foto: DRK-Sanitäter im Einsatz können natürlich beim Fußball zusehen. Hauptsache, sie sind im Fall eines Notfalles zur Stelle.

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