21. Oktober 2008

Galopprennsport: Lange Wege in Seidnitz

Galopprennsport: Lange Wege in Seidnitz

Und Dynamo kann doch gewinnen – auf der Rennbahn!

Erstaunlich, wie sich etwas herumspricht. In dem auf Vollblüter geprägten Publikum der Seidnitzer Rennbahn konnte eigentlich niemand wissen, was die erstmals auf der Bahn erschienenen Ponys zu leisten vermögen.

Aber irgendwie wurde bekannt, dass der aus Gotha angereiste "Galib" schon zwei ähnliche Prüfungen gewonnen hatte. Und die Presse wies dann noch auf "Grande", eines der Ponys im Besitz der Dresdnerin Maria Kowal hin. So waren die Favoriten gegeben und es flossen immerhin über 3026 Euro durch die Totokassen. Die elfjährige Aline Bittrich musste sich aber auf dem 15-jährigen Galib anstrengen, um mit einer Länge die Außenseiterin Kanarie abzuweisen, auf der sich Isabella Knöpfle (in den Farben des Rennstalles Bergland) noch 100 Meter vor dem Ziel hinter den Kowal-Pferden festgefahren hatte. Von denen gelangte Grande dann mit kurzem Köpfchen Vorsprung auf den dritten Platz vor Stallgefährtin Donja. Ein gelungenes Ponyrennen, alle machten ihre Sache gut und warten auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Hauptanliegen des Tages aber waren nicht die 400 Meter der Ponys, sondern die längsten Distanzen für Vollblüter. Einmalig in Deutschland ist alljährlich über 1900 Meter die längste Prüfung für den jüngsten Jahrgang. Diesmal traten nur fünf Konkurrenten an, von denen der Kölner Alietto mühelos gewann. Dessen Trainer Peter Schiergen zog damit im Kampf um Dresdens Silbernes Hufeisen mit Lutz Pyritz gleich. Die Entscheidung fällt also am letzten Renntag.

Im Sieglosen-Rennen legte Pascal Jonathan Werning auf der Hoppegartener Außenseiterin Royal Gini einen spektakulären Start-Ziel-Ritt hin und ließ der haushohen Favoritin Splash Mountain keine Chance. Eduardo Pedroza entschädigte sich eine halbe Stunde später durch einen überlegenen Sieg auf Baradero. Sein Vorsprung im Championatskampf wuchs damit auf zehn Punkte, denn Filip Minarik ging am Sonnabend leer aus.

Neuheit in Seidnitz: Die Marathon-Distanz von 2950 Metern wurde zweimal gelaufen. Den Steher-Ausgleich, im Volksmund "Der lange Dresdner", holte sich mit spätem Vorstoß das Leipziger Leichtgewicht Storming Wind mit "Nase" vor Favorit Royal Goofy und Simple Mind. Am Start waren Ausgleich-III-Pferde. Eine Klasse tiefer angesiedelt war das Pendant, für das die Feinbäckerei Rißmann den Namen gab. Hier siegte die von Jutta Mayer (München) als einziges Pferd nach Dresden verladene Chinese Jade vor dem tapferen einheimischen Kämpfer Little Tom. Der Brite Darren Moffatt ritt neben Storming Wind auch über 1200 Meter die Leipziger Siegerin Not Allowed. Zum Abschluss brauste großer Jubel um den Rennstall "Dynamo" und seine Trainerin Claudia Barsig, als die Stute mit dem beziehungsvollen Namen El Victoria trotz einer reiterlosen Extrarunde sicher das Ziel passierte. Für Pascal Werning war es der zweite Tagessieg; das Silberne Hufeisen führt er jetzt mit zwei Punkten an. Der Gesamtumsatz betrug 117 519 Euro. Ferdl

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