28. Oktober 2008

Touristischer Neuanfang

Stadtrat gab der Dresden-Werbung und Tourismus GmbH das Aus

Der Stadtrat stellte vergangenen Donnerstag einen neuen Rekord auf. Mehr als vier Stunden debattierten die Damen und Herren am Stück über ein Thema – neue Wege der touristischen Vermarktung Dresden.

In einer "Aktuellen Stunde" hatten zunächst alle Fraktionen Gelegenheit, ihre Auswege aus sinkenden Touristenzahlen zu benennen. André Schollbach (DIE LINKE) sah eine Liquidation der DWT als falschen Weg. Sein Parteigenosse Jens Matthis gab die Schuld am Desaster der Rathausspitze und vor allem dem Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert. Peter Herpichböhm (Linksfraktion.PDS) meinte, im Marketing würde jeder für sich und damit oft gegeneinander arbeiten. Schlechte Zusammenarbeit Dresdens mit dem Umland und vor allem das Unvermögen, der Stadt, den Welterbetitel zu vermarkten, sah Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) als Hauptgrund.

Holger Zastrow (FDP) relativierte den Rückgang der Touristenzahlen. Damit hätten die meisten deutschen Städte zu tun. Schlechte Zug- und Flugverbindungen seinen darüber hinaus Dresdens Problem. Auch Steffen Kaden (CDU) wollte nichts vom "Jammertal der Tränen" wissen. Das Grundproblem seien zu wenig ausländische Gäste und ein geringer Anteil von Geschäftsreisenden.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ging es dann zur Sache. Noch einmal gab es turbulente Diskussionen. Mit 36 zu 27 Stimmen beschloss der Stadtrat schließlich, die DWT aufzulösen und bis Anfang November die Dresden Marketing GmbH (DMG) als hundertprozentige Tochter der Stadt zu gründen.

Als Gründungsgeschäftsführer wurde der 65-jährige Peter Bossert bestellt. Der gebürtige Pforzheimer war bis zu seiner Pensionierung im Juni 2006 Geschäftsführer der Drewag. Ihm wurde erst 25 Stunden vor der Sitzung diese Position angeboten. Mit Frau Coulin, deren Vertrag noch bis 2012 läuft, will man eine Abfindungsregelung suchen.

R.

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