28. Oktober 2008
Weltkulturerbe Dresden ohne Elbwiesen?
Das neue Brückenmännchen bei der Jahrestagung deutscher Welterbestätten:
In Eisenach hatten sich vergangene Woche die Vertreter der 33 deutschen Unesco-Stätten zu ihrer Jahrestagung getroffen.
Dabei wurden generell in Deutschland "starke Informationsdefizite" über die Bedeutung dieser Stätten festgestellt. Brigitta Ringbeck, die Länderbeauftragte beim Unesco-Welterbekomitee, bemängelte schlechtes Management beim Führen dieser Stätten. Natürlich war Dresden im Focus der Kritik, aber es wurde auch festgestellt, dass von weltweit 878 Kultur- und Naturdenkmälern neben Dresden noch 29 weitere als bedroht gelten.
Ingo Zimmermann, der im Juli als Vorsitzender des Dresdner Welterbe-Komitees zurückgetreten war, machte angesichts des Mottos in Eisenach "Unesco-Welterbe in Gefahr" einen interessanten Vorschlag. Er plädiert dafür, die Elbwiesen aus dem geschützten Gebiet herauszunehmen und nur noch das historische Architekturensemble als Weltkulturerbe zu belassen. Das sei die einzige Chance, bei dem nicht mehr aufzuhaltenden Brückenbau, den Titel zu halten.
Natürlich müsste sich die Unesco dafür bewegen, wie ich es schon immer denke. Kompromisse können doch nicht nur ins Dunkel eines Tunnels gehen. Starrheit nützt keinem. In diese Richtung geht auch ein überlegenswerter Vorschlag, den mir letzte Woche ein Leser schrieb. Er will aus dem einen Welterbegebiet zwei machen, die durch die Brücke geteilt werden. Gibt man der fertigen Brücke noch eine attraktive Beleuchtung, könnte sie zu einem neuen Highlight für die Stadt werden und Touristenscharen anziehen. Wer nämlich darauf steht, kann dann nach links und nach rechts gleich zwei Weltkulturerbe-Gebiete bewundern. Da sage noch einer, die Dresdner sind nicht innovativ!
