28. Oktober 2008

Reife Trauben vom Weinberg der Königinnen

Reife Trauben vom Weinberg der Königinnen

Meißen. Für die Sächsische Weinkönigin Irene Grusla geht eine ereignisreiche Amtszeit zu Ende. Am vergangenen Freitag jedoch griff sie gemeinsam mit der amtierenden Weinprinzessin und der Sektprinzessin sowie Sponsoren und vielen Helfern des Meißner Weinbauverbandes noch einmal zu Schere und Eimer, um die Trauben auf ihrem Königlichen Weinberg am Schwalbennest im Meißner Spaargebirge zu lesen. Dazu gab es Sonnenschein satt und angenehme Temperaturen. "Die Lese auf dem königlichen Weinberg hat sich zu einer schönen Tradition entwickelt. Wie jedes Jahr haben wir dazu auch diesmal Königinnen-Wetter bestellt", freute sich die Weinmajestät und gab den Startschuss für die hiesige Weinlese. "Wir werden heute etwa zwei Tonnen Riesling-Trauben lesen. Diese sind relativ gesund. Es wird wieder ein guter Jahrgang trotz mancher Widrigkeiten", sagte Heino Blawitzky, der in Abwesenheit der sächsischen Majestät den Weinberg das ganze Jahr über hegt und pflegt.

Als eine der besten sächsischen Weinlagen bekannt, werden die am Weinberghäuschen Schwalbennest wachsenden Riesling-Trauben zum Wein der Sächsischen Weinkönigin verarbeitet. Dieser edle Tropfen wird ausschließlich für Repräsentationszwecke genutzt.

Die Idee, einen solchen königlichen Weinberg einzurichten, ist schnell erklärt: In Sachsen, dem kleinsten Anbaugebiet Deutschlands, müssen die jährlich neu gewählten Weinköniginnen genauso wie anderswo mit dem Weinbau vertraut sein. Sie kommen aber nicht immer direkt aus einem Weingut. Eine der Voraussetzungen für die Wahl zur Weinkönigin ist aber die praktische Erfahrung in der Weinbergsarbeit. Um diese zu vertiefen, wurde der königliche Weinberg eingerichtet. Die Weinmajestäten erhalten hier fachliche Unterstützung, um den Umgang mit der Schere schnell zu erlernen. So versuchten sich am vorigen Freitag auch zwei Kandidatinnen für die nächste Wahl zur Sächsischen Weinkönigin, Marleen Herr aus Weinböhla und Fanny Rachner aus Coswig, in ihrem ersten Rebschnitt und machten ihre Sache schon recht gut. Am 7. November treten sie gemeinsam mit Claudia Szepanski aus Meißen im Zentralgasthof Weinböhla bei der Wahl zur neuen Weinmajestät Sachsens an.

Simone Giese

 Die sächsische Weinkönigin Irene Grusla (Bildmitte) griff gemeinsam mit der amtierenden Weinprinzessin und der Sektprinzessin noch einmal zu Schere und Eimer, um die Trauben auf ihrem Königlichen Weinberg im Meißner Spaargebirge zu lesen.          Foto: Giese

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