02. Januar 2008

Jahresrückblick 2007/Teil 1: Von Arbeitsplätzen bis Zoff

Das Jahr 2007 bekommt in Dresdens Geschichtsbuch sicher ein dickes Ausrufungszeichen, gab es doch zwölf Monate lang nur einen "amtierenden Oberbürgermeister". Der gewählte 1. Mann der Stadt verbrachte suspendiert zwölf Monate zu Hause. Heute: Januar bis Juni. Dabei konnte der "Bote" durchaus erfreuliche Nachrichten melden, mit denen gleich der Januar anfing. Fast 4000 Frauen und Männer oder 9,6 Prozent waren im Bereich der Agentur für Arbeit Dresden weniger ohne festen Job als noch ein Jahr zuvor. Das war der niedrigste Stand seit acht Jahren. Einen Rekord meldete die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek mit 200 000 mehr Besuchern auf 1,5 Millionen bei 2,3 Millionen Entleihungen. Der SemperOpernball oder die neue Hilfe für Studenten mit Kind an der TU waren weitere gute Nachrichten, während sich der massive Streit um die Waldschlösschenbrücke schon andeutete, weil die Mediatorenrunde keinen Erfolg brachte. Der neue Woba-Eigentümer Fortress machte sich im Februar beliebt, weil er die Veranstaltung "Dresden singt und musiziert" der Musikfestspiele mit 25 000 Euro unterstützte. Das Bieterkonsortium um die HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH konnte beweisen, das neue Rudolf-Harbig-Stadion deutlich vorteilhafter zu bauen als die Dresdner Stadtverwaltung und bekam später auch den Zuschlag. Auf der Südseite des Altmarkts stritten zwei Investoren, ob ein Hotel oder ein Bürogebäude gebaut wird. Das Hotel siegte. Für die Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt erfolgte der erste Spatenstich. Im März meldete die Deutsche Bahn, dass am Hauptbahnhof mindestens noch zwei Jahre lang gebaut werden muß, und der Bienert-Wanderweg an der Weißeritz, mit EU-Mitteln finanziert, wurde freigegeben. Die Nachricht, daß der Kulturpalast wegen schlimmer Brandschutzmängel geschlossen werden muß, schlug wie eine Bombe ein, genauso wie die Besitzansprüche der Wettiner aus dem Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen. Die Kette von Sondersitzungen des Stadtrates zur Waldschlösschenbrücke begann im April, während am Sportschulzentrum im Ostragehege die letzten Handgriffe erfolgten. Die Statistik der Kriminalpolizei vermeldete eine erfreuliche Aufklärungsquote. Den Beamten sei es gelungen, 2500 Delikte mehr aufzuklären als 2005, was eine Steigerung von über vier Prozent auf 57,9 Prozent ausmacht. Der Zoo bekam im Mai vom Stadtrat eine Summe von rund 16 Millionen Euro für die weitere Sanierung und den Ausbau genehmigt, das Staatsschauspiel stellte seinen Spielplan 2007/2008 mit der Rekordzahl von 25 Premieren vor, und an der Kesselsdorfer Straße begannen die Baggerarbeiten für ein neues Einkaufszentrum. Auch das war eine wichtige Meldung: Der Stadtrat sprach sich für den Erhalt aller in Dresden stationierten Einheiten der Bereitschaftspolizei aus. Die von der Staatsregierung geplante Polizeireform dürfe nicht zu Lasten der Sicherheit in Dresden gehen. Im Juni unternahm Verwaltungsbürgermeister Winfried Lehmann eine "Ortsamts-Tournee" und musste sich gehörige die Kritikpunkte zu den Plänen der Verwaltungsreform anhören. Bei einem Kassensturz fand der Kämmerer zusätzliche Millionen, die zur Sanierung von Schulen und Kitas eingesetzt werden können, und die Stadt bekam vom Gericht das Besitzeigentum des Geländes vom Festpielhaus Hellerau zugesprochen.
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