15. Januar 2008

Baustelle Waldschlösschenbrücke: Baum war nun fällig

"Seit 00.45 Uhr führt die Polizeidirektion Dresden auf der Bautzner Straße einen Einsatz durch und beendet die Besetzung eines Baumes, der dann im Tagesverlauf gefällt wird." So begann die lapidare Pressemitteilung der Polizeidirektion. Die Landeshauptstadt Dresden habe zuvor die Baumbesetzer zum Verlassen des Baumes aufgefordert. Der Aufforderung wären die Besetzer nicht gefolgt. Die Polizeidirektion sei daraufhin von der Stadt um Vollzugshilfe ersucht worden.

Naturgemäß emotionaler waren die Reaktionen aus dem Umfeld der Baumbewahrer. "Entgegen den Ankündigungen wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die berühmte Buche geräumt und vernichtet. Diese Tat spricht für sich, denn es gab Spielraum aus einer absolut überdimensionierten Trasse von sieben Spuren an der Buche eine immerhin noch sechspurige Verkehrsfläche zu machen um den Baum zu retten. Ignoranz und Starrsinn der Welterbezerstörer haben dies verhindert", meint Thomas Friedlaender von der Initiative Welterbe Erhalten. Für Jana Knauth, Bürgerinitiative Welterbe Dresdner Elbtal, reiht sich die Fällung der alten Buche an der Angelikastraße ein in die permanente Zerstörung wichtiger alter Baumbestände sowie historisch wertvoller Belege. "Die Integrität der Elblandschaft und der Welterbestatus sind mit jedem gefällten Baum und jedem weiteren Baggerhub dem Verlust preisgegeben."

Ganz anders Dietmar Fischer, Kreisvorsitzender der Dresdner FDP: Für ihn ist seit gestern der "illegale Spuk im Baum endlich vorbei!" Die Behörden hätten sich viel zu lange auf der Nase herum tanzen lassen.

Die Dresdner CDU will am 17. Januar, 15 Uhr an der Baustelle am Waldschlösschen, Neustädter Seite, mit "Brückenpunsch" auf den Baubeginn anstoßen. Die nächste Demonstration gegen den Brückenbau findet am 21. Januar (18.30 Uhr Goldener Reiter, 19 Uhr Frauenkirche) statt.

hgp

FOTO: Für die Aktivisten von Robin Wood war es mit über einem Monat die bisher längste Baumbesetzung.

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