15. Januar 2008

Optimismus bei Dresdner Handwerkern

Die Handwerkskammer Dresden betreute Ende 2007 mehr als 22 000 Betriebe, 300 mehr als noch im Jahr zuvor. In der jüngsten Konjunkturumfrage bewertet rund ein Drittel von ihnen die Geschäftslage als gut. Präsident Claus Dittrich sieht noch optimistischer ins neue Jahr und meint, dass 80 Prozent der Betriebe weiterhin mit einer guten oder mindestens befriedigenden Geschäftslage rechnen. Die Stimmung sei so gut wie seit Herbst 1996 nicht mehr. Das würde sich auch in einer deutlichen Steigerung von 146 mehr Ausbildungsverträgen und von 3,3 Prozent mehr Arbeitsplätzen ausdrücken.

Bis auf das Sorgenkind Kfz-Gewerbe steht bei allen Gewerken ein Plus vor dem Geschäftsklima. Selbst das Baugewerbe liegt noch im positiven Bereich. So profitiert das Ausbaugewerbe von den Förderprogrammen zur energetischen Gebäudesanierung und von immer mehr Kunden genutzten Steuerabschreibungen für Handwerkerleistungen. Mit der Rentabilität der Betriebe ist es allerdings nicht so günstig gestellt. Die Personalkosten steigen schneller als der Umsatz und die anhaltenden Preis-Spirale bei Energie- und Rohstoffpreisen erhöht stark die Kosten. Nur 18 Prozent der Betriebe haben die Preissteigerungen an ihre Kunden weiter geben können. Minimal hat sich die Eigenkapitalquote um einen Zähler auf 13,4 Prozent verbessert, aber das frühere Sorgenkind, die Zahlungsmoral der Kunden hat sich laut Creditreform wesentlich gebessert.

Dittrich warnt jedoch alles zu rosarot zu sehen. Es gibt Indikatoren, die sich sehr schnell auf die Lage der Handwerker auswirken können. Die Politik muss weiterhin die Rahmenbedingungen verbessern. Er nennt die steigenden Kosten für Krankenversicherung und Pflege, die immer noch zu hohe Schwarzarbeit und die Bürokratie. Je kleiner der Handwerksbetrieb ist, um so mehr Arbeitszeit muss für bürokratische Erledigungen aufgewendet werden. Bei einem Betrieb bis zu neun Mitarbeitern seien das pro Person mehr als 70 Stunden pro Jahr, was 3750 Euro Kosten pro Mitarbeiter verursacht.

R.

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