22. April 2008

Standort-Studie für die Dresdner Innenstadt: Ein Euro für die Operette kann drei Euro bringen

Standort-Studie für die Dresdner Innenstadt: Ein Euro für die Operette kann drei Euro bringen

Die Operette ist bei den Dresdnern beliebt. Fast 90 Prozent kennen sie, und jährlich werden 116 000 Tickets verkauft. Auch für viele Touristen ist die Operette – sie ist bekanntlich die einzige Spezialbühne für dieses Genre im deutschsprachigen Raum – sehr oft ein Punkt ihres Besuchsprogramms. Und so übernachteten immerhin voriges Jahr rund 7500 Operettenbesucher in den Dresdner Hotels oder Pensionen.

Für fast alle ist ein Standort, der gut mit Auto und Bahn zu erreichen ist, sehr wichtig. Für 50 Prozent derjenigen, die von der Operette wissen, aber nicht hingehen, ist sie nämlich in Leuben einfach zu weit weg.

Ermittelt wurden die Zahlen für eine Studie, die unlängst von Prof. Wolfgang Donsbach (Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden) sowie Matthias Bönsel (Hamburger Agentur "viventure.business + culture solutions") vorgestellt wurde. Beide (Bönsel fertigte eine ähnliche Arbeit schon für die Semperoper an) haben aus Befragungen und mathematisch-statistischen Hochrechnungen das Potential ermittelt, das sich für einen Operettenstandort ergibt, der im Stadtzentrum wesentlich günstiger gelegen ist.

Bei so einer Weichenstellung für die städtisch finanzierte Operette ist mit 340 000 potentiellen Kartenkäufen zu rechnen. Vor allem mehr Touristen, für die eine Randlage unattraktiv ist, würden den Weg in die neue Operette finden. Auch Altersgruppen zwischen 18 und 44 Jahren fühlen sich davon mehr angesprochen.

Mehr Zuschauer im Zentrum würden wirtschaftliche Auswirkungen haben, die einem Faktor von 2,9 pro eingesetztem Euro entsprechen. Die deutliche Steigerung (bislang 1,65) liegt maßgeblich an den Einnahmen bei Hotels, Gastronomie, Handel.

Operettenintendant Wolfgang Schaller sieht in den Ergebnissen dieser Studie eine Unterstützung für die Stadtverwaltung bei der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses, einen Neubau der Operette im Stadtzentrum zu ermöglichen. R.

 

Operettenintendant Wolfgang Schaller (links im Bild) und Matthias Bönsel von der beauftragten Hamburger Agentur stellten die Ergebnisse der Standort-Studie vor. Foto: Ruhnau

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