06. Januar 2009
Brückenmännchen gibt es viele, aber nur das Dresdner schreibt für eine Zeitung
Sind Sie gut ins neue Jahr geschlittert? Mir hatten auch einige Leser "Guten Rutsch!" gewünscht, und bums, da saß ich auch schon beim Neujahrsfrost auf dem Hinterteil. Der folgende kalendarische "Brückentag" war gut zur Genesung.
Ich nutzte diese Zeit u.a. auch, um in den Annalen meiner Vorfahren zu blättern. Sehr oft fragten Leser, wer denn nun dieses Brückenmännchen im "Sächsischen Boten" sei. Also bitte: Mein Foto (links) soll dieses Geheimnisses nun lüften ...
Ich sitze am altstädtischen Landpfeiler der Augustusbrücke und beobachte das Treiben in unserer Stadt. Natürlich hat mich in den vergangenen Monaten der Bau der Waldschlösschenbrücke am meisten interessiert. Zum einen war sie ein Thema sogar rund um den Globus, wenn’s um Dresden ging. Zum anderen wünsche ich mir als "Neues Brückenmännchen" auch einen Pfeilerplatz, wenn 2011 diese neue Brücke eingeweiht wird.
Ich habe übrigens zahlreiche Geschwister, denn Brückenmännchen gibt es u.a. in Bonn und Regensburg. Die Brückenbaumeister hatten sich ein steinernes Denkmal gesetzt und wurden dann oft zum Wahrzeichen der Stadt. Mein jetziges Äußeres hatte 1820 Gottlob Christian Kühn geschaffen. 1923 zierte ich die Rückseite der inflationären 10-Milliarden-Mark-Scheine.
Als ein Wahrzeichen Dresdens möchte ich auch künftig den "Sächsischen Boten" begleiten und überall dort "Brücken bauen und Versöhnung leben", wo es Streit gibt. Sie gestatten mir dabei sicher eine spitze Zunge?!
Zum Beispiel hätte ich schon längst dem Bauherrn der Altmarkt-Tiefgarage die Leviten gelesen, weil er es nicht schaffte, die Bauzäune an der Wilsdruffer Straße zu entfernen, die den dortigen Händlern zur Striezelmarkt-Zeit Kunden wegnahmen.
Wer der neuen "Weihnachtsausstellung" mit Skeletten und Leichenteilen auf der Wilsdruffer 7 einen Mietvertrag gab, muss wohl den Jahreswechsel mit Dr. Frankenstein gefeiert haben! Aber sehen Sie selbst – noch bis Ende Februar.
