24. Februar 2009
Saxonia Medical in Radeberg: Künstliche Niere vom Fließband
Kurzarbeit, Arbeitsplatzabbau, leere Auftragsbücher – die unangenehmen Begleiterscheinungen der allgemeinen Wirtschaftskrise sind bei der Radeberger Saxonia Medical GmbH kein Thema. Die B. Braun Melsungen AG plant Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro für den Ausbau der Produktionsstätte am Standort Radeberg. Ihre Konzerntochter Saxonia Medical produziert in Radeberg (einmalig nunutzbare) Dialysatoren, die bei der Blutwäsche chronisch nierenkranker Patienten die Funktion der künstlichen Niere übernehmen.
Der Ausbau der Produktionsstätte an der Juri-Gagarin-Straße ist dringend nötig, da vor allem für die Herstellung zukünftiger neuer Dialysatorentypen zusätzliche Fertigungskapazität benötigt wird. Der Bedarf der modernen Medizin ist enorm ansteigend, weltweit wächst die Zahl der chronisch nierenkranken Menschen bis zu sechs Prozent.
Alle bislang verfügbaren Kapazitäten werden in diesem Jahr voll ausgelastet sein, schon jetzt erfolgt die Fertigung an sieben Tagen pro Woche. Durch den weiteren Ausbau der Produktionsstätte sind bis zu 50 neue Arbeitsplätze entstanden. Nunmehr sind hier 375 Mitarbeiter beschäftigt.
"Dabei ist Radeberg nicht nur ein reiner Produktionsstandort – hier wird auch die Entwicklung von Dialysatoren, in enger Zusammenarbeit mit B. Braun in Melsungen, entscheidend vorangetrieben", so der Geschäftsführer der Saxonia Medical Dr. Martin Renken.
Der Freistaat Sachsen fördert das Investitionsvorhaben. Im Vorfeld der Übergabe des Fördermittelbescheides im Dezember vergangenen Jahres begrüßte Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk das Engagement von B. Braun. "B. Braun setzt auf Radeberg und auf Sachsen. Das zeigt, Sachsen kann im internationalen Standortwettbewerb mithalten. Die bisherige Entwicklung der Saxonia Medical zeigt auch, dass Unternehmen hier bei unsdas richtige ,Pflaster', zum Wachsen und Gedeihen vorfinden."
B. Braun erwirtschaftet mit Dialysatoren jährlich einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Neben der Saxonia Medical GmbH ist mit der Ascalon GmbH in Berggießhübel eine weitere B. Braun-Tochter in Sachsen in diesem Bereich tätig. Ascalon produziert Hohlfasermembranen, die wichtige Bestandteile der Dialysatoren sind. B. Braun beschäftigt derzeit in Sachsen 500 Mitarbeiter.
Die Investition in Radeberg ist Teil des umfangreichen Investitionsprogramms der B. Braun Melsungen AG, die für eine Investitionssumme von 1,4 Mrd. Euro weltweit neue Produktionsstätten baut bzw. schon bestehende erweitert. Mit rund einem Drittel der Investitionen bildet der Standort Deutschland dabei einen Schwerpunkt. G.
Die drei Produktionslinien der Radeberger Saxonia Medical werden an sieben Tagen in der Woche Dyalisatoren gefertigt. Mit der neuen, vierten Produktionslinie kann die Kapazität (derzeit fünf Millionen Dyalisatoren jährlich) um fünfzig Prozent gesteigert werden. Foto: Ekki Garten
