03. März 2009

Das neue Brückenmännchen auf der Baustelle: Teures Spiel auf Zeit

Ich sah mich dieser Tage an der Baustelle Waldschlösschenbrücke in Dresden um. Nach wie vor können wegen der Witterungsverhältnisse Straßenbauarbeiten nur in beschränktem Umfang ausgeführt werden.

 Aber am Ingenieurbau laufen die Vorbereitungen zur Herstellung der Schalung und Bewehrung der Bogenfundamentsockel weiter. Auf der Stauffenbergallee ist die Abwasserleitung fertig, und auch der Tiefbau für die Querung der Fernwärmeleitung  wurde abgeschlossen. Am östlichen Ausfahrtstunnel werden Verbau, Schal- und Bewehrungsarbeiten durchgeführt.

Trotz der witterungsbedingten Verzögerungen scheint also der Brückenbau in ruhigem Elbewasser voranzuschreiten. Dafür gibt es nun eine weitere Fortsetzung im unendlichen Streit zwischen Brücken- und Tunnelbefürwortern, Es geht ums Geld, genau um 14,9 Millionen Euro, die von den Baufirmen als Mehrkosten angefordert werden.

Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Tunnelplaner. „Mit Tränen wirst du Stahl zur Rührung bringen“, sagte einst der Philosoph Ovid. Und das scheint  jetzt noch gültig zu sein. Es ist  ein Trauerspiel, wenn da Geld nachgelegt werden muss, das dann anderswo vielleicht fehlt.

Diese Mehrkosten hätten ausgereicht, um einen Tunnel zu zu bauen, heißt es dazu aus dem Lager der Brückengegner. Wohlweislich verschweigen sie, dass der Bau der Brücke 2006 beginnen sollte, aber erst am 20. November 2007 beginnen konnte.  Danach gab es noch einen Baustillstand und Umplanungen. Der Grund dafür warenauch  ihre Klagen vor Gericht. Viel Bauzeit ging verloren. Und Zeit ist Geld. Inzwischen sind die Stahlpreise, die Löhne und die Nachfolgekosten der Subunternehmer beträchtlich gestiegen. Ein Tunnelbau wäre heute wohl auch nicht mehr für die vor geraumer Zeit kalkulierten Kosten möglich.

In den Gesamtkosten für den bau der Brücke ist ein „Puffer“ von 15 Millionen Euro bereits einkalkuliert, so dass der Wirtschaftsausschuss kürzlich dem finanziellen „Nachschlag“ zustimmte.

Brückengegner kündigen derweil den nächsten Coup an. Sie wollen im Juni, denn da wird gewählt, mit mehreren Vertretern über verschiedene Parteilisten in den Stadtrat einziehen und notfalls auch in fünf Jahren noch bis zu allerletzten Instanz einen Bürgerentscheid pro Tunnel einfordern. Das gab der Welterbe-Sprecher  Thomas Löser bekannt.

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