05. Januar 2010

Umweltminister Frank Kupfer: Sachsens Wald steht unter Stress

Umweltminister Frank Kupfer: Sachsens Wald steht unter Stress "Wir müssen den Patienten Wald weiterhin unter Beobachtung halten und ihm noch so manche Kur verschreiben", so fasste Sachsens Forstminister Frank Kupfer die Ergebnisse des aktuellen Waldzustandsberichtes für den Freistaat zusammen. Traditionell wenige Tage vor dem Jahresende stellte der Minister in Moritzburg den Bericht für das vergangene Jahr vor.

 

"Klimawandel, Schadstoffe in der Luft und im Boden sowie Schädlinge machen den sächsischen Wäldern weiter zu schaffen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind mehr Bäume krank als noch vor einem Jahr. Forstminister Frank Kupfer kündigte konsequenten Waldumbau von Mono- zu Mischkulturen an und will an Bodenschutzkalkungen festhalten. "Unser Wald steht unter Stress", so Kupfer

Der Kronenzustand der wichtigsten Waldbäume hat sich nach Ministeriumsangaben leicht verschlechtert. So beträgt die mittlere Kronenverlichtung derzeit im Schnitt 17,4 Prozent. 2008 waren es 0,8 Prozent weniger. 18 Prozent aller sächsischen Waldbäume sind deutlich geschädigt (mehr als 25 Prozent Kronenverlichtung). Keine äußerlichen Schäden zeigen nur noch 42 Prozent der Bäume.

Unter geringeren Niederschlägen durch den Klimawandel leiden vor allem die Fichtenbestände im Vogtland und in den östlichen Mittelgebirgen. Auch Laubbäume sind angeschlagen: Jede zweite Buche und Eiche ist geschädigt.

Bei der regionalen Verteilung der Schäden treten Jahr verstärkt Unterschiede auf. Betroffen sind vor allem die Gebiete Sächsisch-Thüringisches Löss-Hügelland (Nordwestsachsen) und die östlichen Mittelgebirge (Elbsandsteingebirge und Oberlausitzer Bergland/Zittauer Gebirge). Die im Zuge des Klimawandels zurückgehenden Niederschläge und häufigeren trocken-warmen Witterungsperioden machen vor allem den Fichtenbeständen im Vogtland und den östlichen Mittelgebirgen zu schaffen.

"Entwarnung kann für den Wald also noch nicht gegeben werden", betonte Kupfer, "ein extremes Witterungsereignis im nächsten Jahr kann ausreichen und sofort wieder große Sturm- oder Borkenkäferschäden verursachen."

Im Staatswald werden pro Jahr rund 1500 Hektar standortgerechte Baumarten gesetzt. Damit sollen alte Nadelholzmonokulturen ersetzt werden, denn das wirksamste Mittel für einen nachhaltig gesunden und stabilen Wald ist laut Minister nach wie vor der Waldumbau:

"Weg von Nadelholzmonokulturen, hin zu Misch- und Laubholzbeständen. Deshalb bepflanzen den Landeswald mit standortgerechten Baumarten. Außerdem unterstützen wir den Waldumbau im Privat- und Körperschaftswald in der laufenden Förderperiode bis 2013 mit über 10 Millionen Euro."

Eine zweite wichtige Maßnahme ist die Waldkalkung, die zur Unterstützung der Bodengesundung von entscheidender Bedeutung ist. Dafür stellt der Freistaat bis 2013 insgesamt rund 33 Millionen Euro zur Verfügung. Allein 2009 wurden in Sachsen insgesamt 9000 Hektar Wald gekalkt.

"Obwohl die für die Bodenversauerung verantwortlichen Luftschadstoffe, wie beispielsweise Schwefeldioxid, seit 1990 um 98 Prozent zurückgegangen sind, ist die sehr aufwendige Maßnahme der Kalkung sehr effizient. Denn der Boden hat ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis", betont der Minister.

Sein Fazit: "Es ist Teil des ‘Generationenvertrags’ und damit unsere Aufgabe, die Wälder und ihre vielfältigen Funktionen langfristig zu stabilisieren und sie damit fit für die neuen Belastungen durch den globalen Klimawandel und seine Folgen zu machen. Das ist aufwändig aber unverzichtbar, schließlich sollen unsere Enkel und Urenkel künftig auch durch gesunde Wälder spazieren können."             E.G.

 

"Treffpunkt Wald" mit Minister Frank Kupfer.                      Foto: Garten

 

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