05. Januar 2010
Opernball, Obama-Besuch und Brandanschlag – ein Rückblick (1)
Unsere Mitarbeiter Renate und Heinz Ruhnau resümieren hier aus ihrer Sicht einige der Tops und Flops des ersten Halbjahres 2009. Wobei es nicht immer die großen Knaller sein mussten ...
Hier zunächst gute Nachrichten: Da wäre im Januar der so glanzvolle SemperOpernball. Ganz Dresden drehte sich im Dreivierteltakt. Mit Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin und anderen Promis feierten rund 2000 Gäste das Ballereignis des Jahres im Opernhaus. Auf dem Theaterplatz davor tanzten etwa 10 000 Dresdner und trotzten der Kälte.
Beim 19. Grünkohlessen trafen sich nur wenige Tage später 300 Persönlichkeiten der Stadt im Hilton und kürten den Intendanten der Musikfestspiele, Jan Vogler, zum "Grünkohlkönig".
Im Februar wurde das Dresdner Backhaus von der Deutschen Lebensmittel-Gesellschaft für die hohe Qualität aller Produkte ausgezeichnet.
Nach einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift "Daheim in Deutschland" nach den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im März lag die Dresdner Frauenkirche auf Rang drei hinter dem Kölner Dom und dem Berliner Reichstag.
Zu den erfreulichen Nachrichten im April gehört diese: Dresden bleibt "die fruchtbarste Stadt Sachsens", denn in zwölf Monaten wurden rund 5 500 Dresdner geboren, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geburtenüberschuss betrug 600 Personen.
Die neue Dresden Tourismus GmbH nahm ihre Arbeit auf und öffneten die Türen für eine neue Tourist-Information im Kulturpalast.
Zehn Beamte der Dresdner Verkehrspolizeiinspektion gehörten im Mai zur ersten Fahrradstaffel Sachsens. Sie sind nun als Doppelstreife auf 13 Routen im Stadtgebiet unterwegs.
Die Saxonia AG sanierte eine denkmalgeschützte Immobilie am Fritz-Förster-Platz mit einem Aufwand von 4,5 Millionen Euro und zog im Juni vom bisherigen Standort Könneritzstraße in den neuen Firmensitz.
Am 4./5. Juni schaute dann die ganze Welt auf Dresden: US-Präsident Barack Obama kam zu einer Stippvisite, übernachte im Kempinski, besuchte die Frauenkirche und schrieb sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
Zu den großen Flops gehörte voriges Jahr die Fortsetzung im Streit um den Bau der Waldschlößchenbrücke (darüber wird im Teil 2 ja noch zu schreiben sein). Aber was da um das Spiegelzelt in Dresden-Reick ablief, war auch so ein Dresdner Trauerspiel. Dabei war es ein Publikumsmagnet! Die Veranstalter wollten es gern noch längere Zeit mit dem Musical "Cabaret" betreiben. Dem Nachbarn, dem Panometer, gefiel das aber wohl nicht ... Letztlich verlängerte die Drewag den Mietvertrag für den Spiegelzelt-Standort nicht. Keine Chance für eine Schlichtung? Das erinnert doch sehr an den Knallerbsenstrauch im Vogtland.
Zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt marschierten am 14. Februar tausende Neonazis in Dresden auf. Es sollte der größte Nazi-Treff Europas werden. Bei den demokratischen gegenveranstaltungen war man sich leider uneins.
Sie sollte die neue Touristenattraktion werden, die Modelleisenbahn-TT-Fanstation im ehemaligen Sachsenwerk Niedersedlitz. Der Betreiber, die "TT-Fanstation Nr. 1 GmbH & Co. KG" tönte, man werde die Anziehungskraft der Modellbahnwelten in Hamburg oder Berlin erreichen. Offenen Forderungen standen jedoch kaum Einnahmen gegenüber und es folgte schnell das Aus.
Das war eine böse Osterüberraschung! Unbekannte hatten in der Nacht zum 13. April einen Brandanschlag auf einen Fuhrpark der Bundeswehr verübt. Rund 30 Busse, Lkw und Pkw wurden durch Brandsätze völlig zerstört oder stark beschädigt.
Der TÜV Rheinland hatte im Juni deutschlandweit 75 Kinderspielplätze untersucht. Für die Plätze am Bischofsweg und am Dr.-Külz-Ring in Dresden forderte der Überwachungsverein sogar die sofortige Schließung. Die Stadt ließ aber erstmal nur die Rutschtürme sperren.
(Wird fortgesetzt)
Eine gute Figur machte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz vor fast einem Jahr beim SemperOpernball – hier mit Opern-Intendant Gerd Uecker (links) und dem Künstlerischen Leiter des Balles sowie Vorsitzenden des Vereins Semperopernball e.V., Hans-Joachim Frey (mit dem "Goldenen Schlüssel" der Semperoper). Auf dem kommunalpolitischen Parkett konnte sie in den folgenden Wochen und Monaten nicht immer so glänzen. Foto: Ruhnau
