12. Januar 2010

Immer mehr Dresdner fahren mit Stadtbus und Straßenbahn

Immer mehr Dresdner fahren mit Stadtbus und Straßenbahn

Die Straßenbahn feiert derzeit ein großes Comeback. In vielen Städten Europas und Nordamerikas spielt die mancherorts bereits tot geglaubte Tram wieder eine wichtige Rolle. Gab es 1980 weltweit nur noch in 300 Städten Straßenbahnen, so sind es heute fast schon wieder 400. Und Dresden gehört dabei zu jenen Metropolen, die das modernste Netz von Straßenbahn und Bussen haben. Mit 292 Kilometern Gleis verfügt die Stadt über eines der größten Straßenbahnnetze Deutschlands.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG verbuchte im vergangenen Jahr auch wieder einen deutlichen Zuwachs bei den Passagieren. Rund 145 Millionen Fahrgäste, eine halbe Million mehr als im Vorjahr, nutzten den ÖPNV. Das ist der höchste Wert seit der "Wende" im Jahr 1989.

Dieses Plus konnte dabei trotz der Unterbrechung der wichtigen Linie 11 aufgrund des Brückenbaus am Waldschlösschen erzielt werden. Von einer Krise wie in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft ist hier also kaum etwas zu spüren.

DVB-Vorstand Reiner Zieschank ist besonders stolz darauf, dass er immer mehr Stammkunden zählen kann, denn der Zuwachs resultierte vor allem aus gekauften Monatskarten und den Jobtickets. Fast jeder dritte Dresdner fährt bereits mit Bahn oder Bus zur Arbeit.

Die Verkehrsbetriebe benötigen schon seit 2006 keinen finanziellen Zuschuss mehr aus dem Stadthaushalt. Die Technischen Werke Dresden fangen die Unterfinanzierung auf, die allerdings von Jahr zu Jahr geringer wird und 2009 bei knapp 40 Millionen Euro lag.

Reichlich 34 Millionen Euro investierten die Verkehrsbetriebe im vergangenen Jahr in die Modernisierung des Gleisnetzes und für neue Fahrzeuge. Hans-Jürgen Credé, Vorstand Technik, sieht das Tramnetz weiter wachsen. Zu den Zielen gehören eine bessere Erschließung des Siedlungsschwerpunktes Johannstadt, die Weiterführung der Linie 11 von Bühlau nach Weißig, die Anbindung des Ostrageheges mit der Messe Dresden und die Ablösung von Busverkehr auf stark belasteten Streckenabschnitten, beispielsweise der Nürnberger Straße. Sorgen machen im Moment allerdings die nötigen Investitionen von 28,6 Millionen Euro. Denn Fördermittel sind zwar in Aussicht gestellt, aber noch nicht bestätigt.        R.

 

Die Vorstände der Dresdner Verkehrsbetriebe AG, Reiner Zieschank (links) und Hans-Jürgen Credé, (rechts) stoßen auf ein gutes Jahr des Nahverkehrsunternehmens an.                          Foto: Ruhnau

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