12. Januar 2010
Amerikaner entdecken Dresden und Welterbe verloren - ein Rückblick (2)
Renate und Heinz Ruhnau resümieren hier ganz aus ihrer Sicht einige Tops und Flops des zweiten Halbjahres 2009. (Teil 1 dieses Dresdner Rückblicks erschien am 6. Januar.)
Hier zunächst einige der Top-Ereignisse: US-Präsident Barak Obama war zwar schon Anfang Juni in Dresden, aber von dieser Visite profitiert die Stadt noch Monate danach. Als beispielsweise am 1. Juli Bettina Bunge ihren Dienst als Geschäftsführerin der neu gegründeten Dresden Marketinggesellschaft antrat, konnte sie erfreut feststellen, dass trotz Flaute im Tourismus mehr Amerikaner nach Dresden reisen – auf den Spuren ihres Präsidenten.
Die Filmnächte am Elbufer wurden wieder das Sommerereignis in der Stadt. Unter den 162 000 Besuchern waren auch zahlreiche Weitangereiste Gäste. Zum ersten Mal hatten am 18. Juli die drei Elbschlösser zu einer gemeinsamen Schlössernacht eingeladen. Trotz strömenden Regen feierten über 6000 Gäste bis nach Mitternacht.
Der RDA in Köln ist alljährlich Anfang August Europas größte Messe für Bus- und Gruppenreisen. Zum ersten Mal präsentierte sich mit großem Erfolg ein neues touristisches Produkt der sächsischen Landeshauptstadt – das "Netzwerk Industriekultur". Denn Dresden hat noch viel mehr zu bieten als Barock, Oper und Galerien.
Das Open-Air-Konzert von José Carreras in Pillnitz zählte gleichfalls zu den August-Höhepunkten. Der gleiche Veranstalter brillierte drei Wochen später mit den Pyro-Games.
Der Kulturpalast feierte vom 9. bis 11. Oktober drei Tage und Nächte sein 40-jähriges Jubiläum, und die Hope-Gala erbrachte am 31. Oktober im Schauspielhaus die Rekordsumme von über 80 000 Euro für Aids kranke Kinder in Südafrika.
Der Deutsche Tourismusverband kam am 5. November zum ersten Mal mit einen Tourismustag in Dresden. Über 350 Experten berieten im Congresscenter und konnten die Stadt auch als Kulturmetropole erleben.
Am 26. November öffnete der 575. Striezelmarkt seine Pforten mit neuem Konzept. Er wurde ein voller Erfolg, denn 2,7 Millionen Gäste kamen aus nah und fern auf den Weihnachtsmarkt und zollten ihm viel Lob.
Am 31. Dezember verabschiedeten tausende Dresdner und Besucher der Stadt vor allem zwischen Theaterplatz und Brühlscher Terrasse mit viel Musik und großem Feuerwerk das alte Jahr.
Das 2. Halbjahr 2009 hielt aber auch Flops bereit.
Am 1. Juli machte Dresden dicke negative Schlagzeilen – auch international –, als Marwa el Sherbini im Landgericht von Alex W. erstochen wurde. Der Prozess gegen den Mörder fand dann unter strengsten Sicherheitsbedingungen vom 26. Oktober bis 11. November statt, und W. bekam eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein schlimmer Tag für Dresden war auch der 25. Juli. Das Unesco-Welterbe-Komitee strich im spanischen Sevilla die Stadt wieder von der Welterbeliste, weil sie am Waldschlösschen eine Brücke baut. Dabei wusste die Unesco schon bei der Titelvergabe von diesem Projekt, vergab den Titel aber trotzdem.
Der 31. August brachte zwar keinen "Aufruhr", war aber trotzdem traurig. Die Commerzbank vereinnahmte da die Dresdner Bank, womit eine traditionelle Marke mit den Namen der Stadt vom Markt verschwindet.
Zur Messe kam im Herbst ein neues Kongresszentrum, und weil Dresden schon längst nicht mehr nur eine Messe wert ist, gab es erstmals auch noch die Musikmesse "My Music". Foto: Ruhnau
