12. Januar 2010

Das neue Brückenmännchen: Vom Baustopp und neuen Bedenken

Schnee und klirrender Frost lassen zwar die Wintersportler jubeln, aber für Bauleute bedeuten sie Untätigkeit. Deshalb sind derzeit nur wenige Arbeiter an der Waldschlösschenbrücke zu finden. "Wir hatten zwar noch versucht, die Schweißarbeiten durchzuführen", so der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes Reinhard Koettnitz. "Wenn aber Schnee in die Schweißnähte schmilzt, ist das zu gefährlich für die Qualität der Brückenteile." Ich traf ihn vergangene Woche zu einer Verabredung mit Dresdner Journalisten an der Baustelle.

Derartige Pausen gefährden natürlich den vorgesehenen Fertigstellungstermin 1. Juni 2011, zumal ein weiterer Winter dazwischen liegt. Den Amtsleiter Koettnitz drücken aktuell allerdings ganz andere Sorgen.

Im Frühjahr dieses Jahres soll das sogenannte Einschwimmen der Brücke erfolgen. Zum einen ist dafür ein Wasserstand von 1,90 Metern nötig. Bei der Brücke in Meißen musste man drei Monate warten, bis dieser gegeben war. Ein wesentlich größeres Problem sind aber neue Einwände von Naturschützern, vor allem der Grünen Liga, die festgestellt haben, dass die Inanspruchnahme von Uferflächen beim Einschwimmen der Brücke vom Planfeststellungsbeschluss nicht gedeckt sei.

Die Stadt hat sofort reagiert und zunächst eine Prüfung des Tatbestandes in Auftrag gegeben, um gegebenenfalls eine Nacharbeit bei der Genehmigungsbehörde vorzulegen. Reinhard Koettnitz sprach von etwa drei Monaten, die dieser Vorgang dauert. Das verursacht also schon mal eine weitere Verzögerung.

Nun kann man der Grünen Liga zwar ein weiteres "Quertreiben" unterstellen, wie es die CDU-Stadtratsfraktion auch sofort machte. Man hätte ja versichert, dass das Ufergelände nach dem Einschwimmen so wiederhergestellt wird, wie es war. Die für den Bau Verantwortlichen wissen aber genau, dass die Naturschützer nichts unversucht lassen, um mit Gesetzen und Gerichten die Brücke noch zu verhindern. Ihr jetziger Einwand scheint auch berechtigt zu sein. Umso wichtiger ist es, dass Bestimmungen bis ins kleinste Detail eingehalten werden. Mancher Prozess wurde vor Gericht schon wegen Verfahrensfehlern verloren. Die Verantwortung dafür trägt der Bauherrn, die Stadt.

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