12. Januar 2010

Mit hüllenloser Leichtigkeit ... „Zuhause – Ganz ohne“ - eine Aktfotoschau

Mit hüllenloser Leichtigkeit ... „Zuhause – Ganz ohne“ - eine Aktfotoschau

Unter dem Motto "Zuhause – Ganz ohne" zeigt eine Ausstellung im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15 noch bis Ende dieses Monats ungewöhnliche Alltagsbilder von Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden die Hüllen fallen ließen.

Mit erstaunlicher Unbefangenheit, Natürlichkeit und Offenheit begegnen sie dem Betrachter dieser Aktaufnahmen in ihrem ganz persönlichen Lebensumfeld.

Auf dieses fotokünstlerische Projekt des Galeristen und Fotokünstlers Volkmar Fritzsche ließen sich junge wie ältere Frauen und Männer ein. Er fotografierte sie in insgesamt elf Wohnungen einzeln oder als Paar in alltäglichen Situationen – nur eben ohne Bekleidung. Zu sehen sind witzige, sinnliche, frivole und still versunkene Momente, die das Nacktsein fast nebensächlich erscheinen lassen.

Den Bildern sind Gedanken der Fotografierten beigefügt, die uns mitteilen, wie sie sich "zuhause ohne" fühlten.

Da steht zum Beispiel eine Frau, "Die Scheiderin", hüllenlos neben einer Schneiderpuppe mit Bauchtanzkostüm. "Deva, die Kreative" näht splitternackt Kleider auf dem Sofa. Anke trägt nichts außer einer bunten Blumenkette bei der Hausarbeit ...

Franka sitzt im Evakostüm am Spinnrad, kocht ohne etwas anzuhaben in der Küche, dort assistiert von ihrem kugelrunden Kater, und sie liest ihrem Mann gern in der Badewanne vor. Sie sei vor dem Fotografieren ganz schön aufgeregt gewesen. Aber eben nicht wegen ihres Nacktseins, sondern wegen des "nackten Zuhauses", das so ungeschönt ins Bild gerückt auch sehr intim sei, so steht neben ihren Aufnahmen.

Ohne Scheu vor dem Alter und selbstbewusst zeigt sich auf den Aktbildern auch Regina, der man ihre 72 Jahre kaum glauben mag. Sie hält sich jung mit Tanzen und Rätseln. Eine andere Frau betrachtet halbnackt ihr Spiegelbild und liegt mit ihrer Katze innig auf dem Boden zusammengerollt. Ihr gefiel an dem Fotoprojekt, dass sie sich dabei selber näher sein konnte, als im be- oder verkleideten Zustand. Sie habe das ganz bewusst wahrgenommen, um sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen.

Lilli Vostry

 

Ungewöhnliche Aktfotografie im Kunstkeller: "Zuhause – ganz ohne"              Foto: Volkmar Fritzsche

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