09. März 2010

Kosten sparen, Qualität sichern - VVO vergab Dresdner S-Bahn an DB Regio

Kosten sparen, Qualität sichern - VVO vergab Dresdner S-Bahn an DB Regio

Dresden. Mit täglich 34500 Fahrgästen ist die Dresdner S-Bahn das Rückgrat des Nahverkehrs im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Vor knapp zwei Jahren entschloss sich der VVO zur europaweiten Assschreibung dieser Verkehrsleistung. Solch eine transparente Vergabe wird von der EU verlangt. Andererseits bieten solche Verfahren im Gegensatz zur bisher praktizierten Pauschalabrechnung von Verkehrsleistungen die Chance, Kosten zu sparen.

Obwohl acht Interessenten die Ausschreibungsunterlagen abgerufen haben, lag dem VVO nur ein Angebot vor, über das verhandelt werden konnte. Dieses hatte die DB Regio abgegeben, die der Verkehrsverbund als "erfahrenen und zuverlässigen Partner" betrachtet.

Sie erhielt den Zuschlag für den Betrieb der S-Bahn-Linien bis 2027. Diese ungewöhnlich lange Laufzeit steht auch im Zusammenhang mit den Doppelstockwagen, die seit 2007 im Einsatz sind. Deren Anschaffung war vom Land Sachsen gefördert worden, mit der Maßgabe, dass die Wagen zwanzig Jahre lang im Freistaat rollen. Außerdem gibt diese lange Laufzeit dem Verkehrsverbund eine hohe Planungssicherheit bei ganz guten Konditionen. VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen beziffert die Einsparungen auf 15 Prozent gegenüber dem heutigen S-Bahn-Zuschuss, der bei rund 30 Millionen Euro pro Jahr liegt.

Die DB Regio will diese Einsparungen nicht zu Lasten der Fahrgäste erwirtschaften. Der Fahrplan wird nicht ausgedünnt. Befragt nach den Möglichkeiten, die Kosten zu senken, nennt der Sprecher des Verkehrsbetriebs Südost der DB Regio Klaus-Dieter Martini neues Lokmaterial. Daneben will die Bahn die Fahrgastzahlen steigern. Nach Abschluss der Bauarbeiten, die jetzt im Bereich Radebeul laufen, sind – so Martini – jährliche Zuwächse von "deutlich mehr als einem Prozent" eingeplant.

Nicht sparen will die DB Regio bei Service und Komfort. Es kommen weiterhin die klimatisierten und behindertengerechten, 2007 gebauten Doppelstockwagen zum Einsatz. In die Waggons werden Wickeltische eingebaut. Außerdem werden die Fahrzeuge mit Technik zur Videoüberwachung nachgerüstet. In allen Zügen der S1 und S2 werden Kundenbetreuer an Bord sein. In der S3 nach Tharandt wird der gegenwärtige Status erhalten bleiben.

Die Bahn sichert außerdem zu, dass es auf allen Bahnhöfen Entwerter geben wird. Mit Beginn der Laufzeit des neuen Verkehrsvertrages zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 werden für die Dresdner S-Bahn Pünktlichkeit und Anschlusssicherheit garantiert. Ab 15 Minuten Verspätung oder beim Verpassen eines garantierten Anschlusses stehen den Fahrgästen Entschädigungen bzw. die Organisierung einer alternativen Weiterreise zu. Die Bahnhöfe bzw. Verbindungen mit Anschlussgarantie werden im Fahrplan veröffentlicht.

AK

 

Einigten sich auf eine weitere Zusammenarbeit beim Betrieben der Dresdner S-Bahn-Strecken: Klaus-Dieter Martini von der DB Regio (Li.) und Burkhard Ehle, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe. Foto: Kaminski

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