26. Mai 2010
Das verschwundene Lachen oder „Der schöne Schwede“
„Das hat Dresden nicht verdient“, meinte eine bekannte Dresdnerin beim Verlassen des Theaters. Sie war nicht die Einzige, die hörbar Unmut äußerte ob dieser „müden“ Vorstellung. Die Produktion der Comödie Bochum unter dem Titel „Der schöne Schwede“ (dort hieß sie „Der oder keiner“), in der Jochen Schroeder die beste Rolle hat und gibt (er ist auch Regisseur), zählt in der Tat zu den schwächsten Stücken der Saison an der Komödie Dresden. Und das nach den furiosen „Geschichten von Mama und Papa“!
Was umso mehr verwundert, als die Autorin die hoch gelobte Französin Laurence Jyl ist. Gleichviel, ob das an der Vorlage oder der Übersetzung / Bearbeitung liegt: Vom sprichwörtlichen französischem Charme ist nichts zu spüren. Eher Langeweile. Die Schwächen scheinen stückbedingt zu sein. Komödie jedenfalls ist anders.
Dabei könnte man sich die Story um eine ein Abenteuer suchende frustrierte junge Frau, die für ein Traumwochenende in fremder Wohnung beim Escortservice einen schwedischen Superman bestellt, jedoch einen scheinbaren Trottel geliefert bekommt, durchaus als komödiantisches Feuerwerk vorstellen. Mit weniger Worten und mehr Action. Und nicht so gestelzt und überfrachtet. Geboten werden viel Redundan pseudophilosophischer Singleart, statt zündender Pointen. Offenbar duldet die beabsichtigte Realitätsnähe keinen Witz. Hinzu kommt, dass Vieles erzählt und nicht erspielt wird. Zum Lachen bringt uns diese Komödie leider nicht. Gewiss, auch Schmunzeln ist eine Form von Heiterkeit. Doch selbst dies kommt zu kurz. ergü
Lesley Higl und Jochen Schroeder Foto: Denise Kühne
