06. Juli 2010

Dresdner Sommertheater

Dresdner Sommertheater Sommertheater ist in erster Linie ist dazu, mit leichter Kost die Ferien zu überbrücken. Niemand, der gerade verreist war, soll etwas Wichtiges verpasst haben, und auch die Hauptdarsteller wollen schließlich mal Urlaub machen. Das gilt für die Politik genauso wie für die berühmten Bretter. Allerdings gibt es da ein paar berühmte Orte, wo gerade im Sommer beides medienwirksam zusammentrifft. Die heißen Salzburg und Bayreuth. Viele pilgern auch nach Bregenz oder Ralswieck, weil Theater auf dem Wasser, nur per Feldstecher zu beobachten, so was Besonderes hat. Und Dresden?
In Dresden gibt es bislang unterschiedliche Meinungen darüber, ob es lohnt, in den Ferien Theater zu spielen. Bei den großen Häusern stehen im Prinzip die Tarife entgegen, aber das Staatschauspiel zog auch schon mal ins Parktheater am Palaisteich, um „Die schönen Helena“ von Peter Hacks zu spielen. Auch die Komödie versuchte sich hier, aber es kamen wohl zu wenig Besucher. In diesem August bietet sie vorwiegend Konzerte am Weißen Hirsch. Das TJG hält den Stallhof besetzt mit „Amphitryon“, aber leider nur bis zum 4. Juli. Das Societaetstheater geht auch an die frische Luft,  und zwar mit Shakespeares „Was ihr wollt“ in den eigenen Garten, mit „Zirkus Nimmermehr“ in den an der Scheune zum Schaubudensommer (der findet dort vom 15. Bis 25. Juli zum 13. Mal statt und ist bereits Kult).
Das statt-theater FASSUNGSLOS, macht dann am 7. August im Haus an der Dreikönigskirche für eine Weile das Licht aus. Der Theaterkahn macht Ferien vom 11. Juli bis 23. August. Das Theater Wechselbad pausiert im Juli und beginnt am 5. August mit „Bis dass der Tod euch scheidet“ sein Sommertheater. Lediglich die Kabaretts halten die ganze Zeit über wacker durch. Und natürlich die Landesbühnen Sachsen. Auf der Felsenbühne Rathen sowieso, aber zunehmend auch im Dresdner Zwinger. 46 Mal erstrahlen im Juli und August die Scheinwerfer für Tänzerische Impressionen oder Konzerte.
Wenn auch gerade für Touristen nicht sehr übersichtlich, so ist es doch allerhand, könnte man denken, und die Dresdner selbst zieht es ja rein statistisch eher zu den Filmnächten am Elbufer, wo zumindest ein Prinzip des Sommertheaters funktioniert: Wenn das Programm mal nichts taugt, ist doch die Kulisse prächtig, die Atmosphäre allemal gelassen. Doch reicht das für einer Stadt mit dem Anspruch Weltkulturmetropole?
Dresden braucht ein großes Event, meinen tüchtige Kulturmanager, eines, zu dem an Sommerabenden Tausende strömen wie etwa in die Arena von Verona, und wo anders könnte das sein, als im Zwinger, der schließlich auch einst für Tierhatzen etc. erbaut wurde.
Allerdings steht nicht Belcanto auf dem Programm der erstmals für 2011 vorgesehenen Zwingerfestspiele, sondern die Geschichte vom Großen August, inszeniert von Regisseur Dieter Wedel (der schon den Wormsern ihre Nibelungen vorgehalten hat). Mit Schauspielern, die engagiert waren, ehe sie davon ahnten, mit der Zustimmung von Behörden, die gewöhnlich schlichte Werbung vor historischen Kulissen ablehnen, aber nun eine Tribüne für 2000 Leute genehmigen und auch noch Zuschuss geben sollen... Sicher sein kann man freilich nie.
Tomas Petzold
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