15. Juni 2010

Monarchs ließen ihre Football-Fans im Regen stehen

Monarchs ließen ihre Football-Fans im Regen stehen

Bonjour tristesse. Dunkle Wolken lagen fast schon drohend über dem so maroden Heinz-Steyer-Stadion. Die wenigen Hundert Football-Fans konnten sich auf den verwaisten Rängen mit Handschlag begrüßen. Diese Tapferen hatten es wahrlich nicht verdient, später sogar im Regen stehen zu müssen. Wenigstens für Sonne im Herzen konnte das Spiel ihrer Mannschaft auch nicht sorgen. Ganz im Gegenteil. Wie begossene Pudel verließen die Spieler nach dem Abpfiff den Rasen. Und das lag nicht am Wetter.

Die Monarchs hatten verloren – diesmal nicht etwa unglücklich und nach einer tollen Leistung gegen einen starken Gegner, sondern letztlich sang- und klanglos gegen 0:21 gegen die Cardinals aus Essen - also keine Überflieger der GFL Nord, aber, und das stimmt bedenklich, an dem Tag für Dresden einfach zu stark.

Dabei kann man der Monarchs Offense kaum den Vorwurf machen, es nicht versucht zu haben, aber wenn man zwar oft bis an die gegnerische Endzone heran kommt, dort aber dann stets mit seinem Latein zu Ende ist, steht letztlich eben eine blamable Null auf der Anzeigetafel.

Es gab durchaus spektakuläre Szenen. So versuchte Quarterback Bryan Waggener mit viel läuferischem Einsatz, die Drives am Leben zu erhalten. Streckenweise zeigte auch das Passspiel durchaus Wirkung. Der vielseitige Jared Dumm war ebenso wieder ein Aktivposten. Und insbesondere in der zweiten Halbzeit drehte endlich auch der Runningback Jeffrey Wollin mal richtig auf. Was aber nutzt das, wenn Einzelaktionen nicht im kollektiven Erfolg münden?

Und die Defense? Nun, durch die schlimmsten Träume dieser Spieler wird noch geraume Zeit jener kleine Mann mit dem Namen Dervon Wallace laufen. Und er läuft, läuft, läuft … Denn diesen schnellen und beweglichen Runningback der Cardinals haben die Dresdner nie in den Griff bekommen. Die Gäste-Offense brauchte eigentlich nur ihn und einige wenige, ab und an mal etwas variierte Spielzüge, um die Abwehrreihen der Monarchs zu Slalomstangen zu degradieren. Warum fanden diese über die Spielzeit hin kein Mittel dagegen? Das Laufspiel brachte den Cardinals erst Punkte und nahm dann noch furchtbar viel an Zeit von der Uhr. Zeit, die den Gastgebern letztlich fehlte. Aber nur, weil man mit eigenen Chancen so strafbar nachlässig um ging.

Damit bekommt das Spiel am nächsten Sonnabend an gleicher Stätte (Kickoff 15 Uhr) eine besondere Bedeutung! Die Rebels aus Berlin darf man nicht auch noch in der Tabelle davon ziehen lassen. Und selbst der direkte Vergleich gegen den Aufsteiger (0:7 im Hinspiel) könnte in dieser bislang verkorksten Saison noch wichtig werden.

Hans-Georg Prause

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