22. Juni 2010
Bei den Dresden Monarchs: Goodman gut, alles gut?
Schon am Tag vor dem AC/DC-Konzert war lautstark „Highway To Hell“ im Ostragehege zu hören. Das gehört zum Soundtrack der Spiele der Dresden Monarchs. Aber würden die Footballer das Steyer-Stadion rocken können? Gegen eine Kontrahenten, beim dem man sich im Hinspiel nicht mit Ruhm bekleckert hatte!Nun, wenigstens die Defense der Gastgeber zeigte sich auf der Höhe der Aufgaben. Das es beim 11:9 bis zum Schluss (ungewollt) spannend blieb, lag an der Abteilung Attacke.Die Mannen um Quarterback Bryan Waggener werden einfach ihre Verunsicherung nicht los. Da gab es gute Läufe und manch tollen Pass. Doch je näher man der gegnerischen Endzone kam, umso zerfahrener wurden die Aktionen. Déjà-Vu. Alles schon vor einer Woche gesehen. Wie gegen die Cardinals fehlte einfach wieder der Killerinstinkt, um die letzten Yards zu machen.
Vielleicht wird der neu zum Team geholte US-Amerikaner Dominick Goodman der Mann für solche Aktionen. Er führte sich gut ein, war ein Aktivposten und machte seinem Namen alle Ehre. Was den deutschen Widereceivern derzeit leider oft nicht gelingt, schafft dieser 23-jährige: einen Ball auch unter Bedrängnis zu fangen und festzuhalten. Dabei haben’s die anderen drauf. So dürfte es Radko Zoller viel Selbstvertrauen geben, dass er diesen rund 60-Yard-Pass seines QB sicher aufnehmen und den Touchdown markieren konnte.
Bis dahin war nicht viel passiert. Die Rebels hatten durch ein Fieldgoal vorgelegt und konnten es bis ins dritte Viertel verwalten. Dann verschenkten sie ein Zwei-Punkte-Safety und erst danach kamen die Monarchs zum Touchdown. Die Gäste konterten per Laufspiel und die Dresdner spielten nun verbissen gegen das 8:9 an. Ein Fieldgoal von Jan Hilgenfeldt brachte die Erlösung.
Die Fans wollten nun nur noch die Uhr auslaufen sehen, aber die Monarchs versuchten mehrmals, den direkten Vergleich (0:7 in Berlin) für sich zu entscheiden. Aber wir wollen nicht glauben, dass es zum Ende der Saison darauf ankommt. Mit diesem Sieg nach vier erfolglosen Spieltagen stellten die Monarchs vielleicht die Weichen ein wenig in Richtung Stairway To Heaven
Hans-Georg Prause


