29. Juni 2010
Dynamo-Debatte im Stadtrat mit Nachspielzeit
So ein Fußballspiel dauert gewöhnlich 90 Minuten. Bei der Debatte um Dynamo Dresden vergangenen Donnerstag im Stadtrat musste auch die Nachspielzeit herhalten, doch selbst nach zwei Stunden hieß es – ein Elfmeterschießen sieht die Geschäftsordnung nicht vor – immer noch Unentschieden. Das zumindest in der Frage, ob angesichts der chaotischen Zustände der vergangenen Wochen die Zuschüsse aus der Stadtkasse gekürzt werden sollen. Die CDU-Fraktion hatte diesen Antrag auf die Tagesordnung gebracht.Fürsprecher fanden die Fußballer bei den Linken. André Schollbach verwies darauf, dass Semperoper oder Hellerauer Zentrum auch sehr hohe Förderungen bekommen. Fußball sei ebenso Kultur. Prompt kam die Returkutsche aus der CDU-Hälfte, Schollbach rede scheinheilig. Die Linke wolle nur eigene Leute in die Gremien des Vereins bringen. Jens Hoffsommer von den Grünen rechnete dagegen ganz nüchtern vor: Sollte der zugesagte Zuschuss von 700 000 Euro ausbleiben, droht der SG Dynamo die Insolvenz. Das war ein Stichwort für Thomas Blümel von der SPD-Fraktion, der darauf verwies, dass in das teure Stadion trotzdem Geld aus dem Haushalt fließen muss.
Der Dynamo-Präsident Hauke Haensel durfte als Gast vor dem Stadtrat sprechen. Er bestätigte, dass die Krise das Vertrauen der Stadt in die SG belastet. Man sei aber jetzt auf dem besten Weg, aus dem „Tal der Tränen“ zu kommen. Immerhin hätten die Mitglieder unter anderem beschlossen, eine Sonderzahlung für den Verein zu leisten.
Weitere Redner verwiesen auf Rainer Calmund. Der Ex-Manager aus Leverkusen würde als ehrenamtlicher Berater diesen Weg finden. So einigte man sich schließlich darauf, die Geldfrage zunächst in die Ausschüsse für Finanzen und Sport zu verweisen. Im Stadtrat soll dann nach der Sommerpause erneut debattiert werden. Bis dahin bleibt vorerst der Geldhahn offen. Her
