27. April 2010
20 Jahre Frauenprojekt und der symbolische Euro
Das "sowieso" des Frauen für Frauen e.V. war eines der ersten Frauenprojekte in Dresden, die sich in der Zeit der gesellschaftlichen Wende der Jahre 1989/1990 gründeten. Seit 1990 hat sich auf der Angelikastraße 1 in der Neustadt ansässige Verein als Anlauf- und Beratungsstelle insbesondere für Frauen und Mädchen in Krisensituationen einen Namen gemacht.
"Wir sind Fachstelle für häusliche und sexualisierte Gewalt, Stalking und Essstörungen. Besondere Erfahrung haben wir mit sexueller Gewalt in Institutionen. Allein im vorigen Jahr fielen 900 Beratungen an und 2000 Frauen nahmen an zusätzlichen Kulturangeboten teil", so Cornelia Hähne vom Vorstand des Vereins.
In den zwei Jahrzehnten ist die Angelikastraße 1 zu einer guten Adresse für Dresdner Frauen geworden. Geht es nach Cornelia Hähne und ihren Mitarbeiterinnen, soll es auch weiter so bleiben. Das Problem: Das Gebäude steht jetzt zum Verkauf.
Zur Vorgeschichte: Das Haus wurde zu DDR-Zeiten durch die Stasi genutzt. Nach deren Auflösung überließ die Treuhandanstalt das Haus der Stadt mit der Auflage, es für einen sozialen Zweck zur Verfügung zu stellen. Der Stadtrat beschloß daraufhin, es war am 26. April 1990, das Haus an den Verein Frauen für Frauen e.V. zu vermieten.
"Bis heute ist nicht geklärt, ob die Landeshauptstadt das Haus unter diesen Umständen überhaupt auf dem freien Markt verkaufen darf", gibt Cornelia Hähne zu bedenken. "Wir möchten das Haus von der Stadt kaufen und langfristig in eigener Verantwortung unser Angebot für Dresden und besonders für die Frauen in dieser Stadt weiterentwickeln. Deshalb schlagen wir vor, daß die Stadt das Haus an den Förderverein Goldmarie e.V. verkauft. Dieser besteht seit dem Jahr 2001 und dient ausschließlich dazu, die Arbeit des Vereins Frauen für Frauen e.V. zu unterstützen."
Man will das Objekt Angelikastraße 1 also nicht geschenkt haben. "Wir bieten als Kaufpreis die Summe von 195 001 Euro an. Damit überschreiten wir das Mindestgebot, welches das Liegenschaftsamt erarbeitet hat, um einen Euro." Dieser eine Euro mehr drücke aus, dass man davon ausgehe, dass das Haus weiterhin für soziale Zwecke genutzt werde.
Und diese Idee findet Unterstützung. "Innerhalb von zwei Monaten ist es uns gelungen, die erforderliche Summe durch Eigenmittel, durch Spenden und durch Darlehen von Privatpersonen aufzubringen", so Cornelia Hähne, die dabei betont: "Der Kauf wird ausschließlich durch bürgerschaftliches Engagement und ohne Bankdarlehen ermöglicht. Nach dem Kauf wollen wir das Haus sanieren und modernisieren. Auch diese Maßnahmen sollen vor allem durch bürgerschaftliches Engagement und ohne Fremdfinanzierung verwirklicht werden."
Spendenaufruf: Goldmarie e.V., Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG, BLZ 85090000, Konto 3580541002, Kennwort: Erhalt u. Schaffung v. Räumen des "Frauen für Frauen e.V."


