08. Juni 2010
Operette und TJG künftig im neuen Kunstkraftwerk
Die Oberbürgermeisterin soll bis zum 1. September eine Ausschreibung auf den Weg bringen, nach der Staatsoperette und Theater Junge Generation gemeinsam in das umgebaute Kraftwerk Mitte ziehen. Dieser Beschluss des Stadtrates wurde allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit gefasst.
Die Debatte vor der Abstimmung war wieder sehr heftig. Zunächst ging es in einer aktuellen Stunde um das Problem. Dort hatte Thomas Henkel vom Unternehmen Arcadis ein Gutachten vorgetragen, das die Vorzüge eines gemeinsamen Standortes aufzeigt. Die Diskussion um den Standort der beiden Dresdner Bühnen flackerte erneut auf, nachdem die Stadtverwaltung aus Kostengründen vorgeschlagen hatte, nur die Operette ins Kraftwerk zu bringen und die TJG-Immobilie zu sanieren.
Dass die Entscheidung vom letzten Donnerstag endgültig ist, darf allerdings bezweifelt werden, denn es wurden noch zwei weitere Prüfungen beschlossen. Auf Antrag der Linken soll die Stadt untersuchen, ob sie nicht mit einem Tochterunternehmen den Bau selbst finanzieren kann. Das Modell der Stadtverwaltung geht davon aus, dass ein privater Bauherr die Spielstätten errichtet und dass die Stadt 25 Jahre lang vier Millionen Euro Jahresmiete zahlt. Geprüft soll auf Antrag der CDU aber auch erneut werden, ob die Operette nicht doch an den Wiener Platz kommt. Die Bürgerfraktion schloss sich diesem Ansinnen an. Im Grunde genommen ist man also auf das Niveau von 2005 zurückgekehrt, als die Standortdiskussion begonnen hat. Es steht alles noch in den Sternen, oder wie es so schön in einer Operette heißt: „Schlösser, die im Monde liegen ...“.
Ein weiterer Bebauungsbeschluss betraf den Neumarkt. CDU, FDP und Bürgerfraktion setzten sich mit ihrem Antrag durch, die Fläche des ehemaligen Gewandhauses nicht zu bebauen und als Grünfläche anzulegen. Auch diesem Beschluss war eine harte, von Emotionen getragene Debatte vorausgegangen. Die Linken wollten vertagen und die Grünen sprachen sich für Bebauung aus. Es sollte lediglich eine Gasse frei bleiben. Auch die SPD will bauen und rechnete vor, dass der Stadt 2,5 Millionen Euro aus dem möglichen Grundstücksverkauf verloren gingen.
Her
