18. Mai 2010

Da wurde es unter den Dresdner Brücken etwas eng

Da wurde es unter den Dresdner Brücken etwas eng

Es war noch früh am Morgen, die Stadt schlief noch, da zwängte sich ein riesiger, antriebsloser Schiffsrumpf durch die Dresdner Brücken, bewegt und gesteuert nur von zwei vergleichsweise kleinen Schubschiffen an Bug und Heck.  Ein spannendes Schauspiel!

Gebaut wurde der „CT1004“ auf der Elbewerft im tschechischen Decin, bevor er sich auf seine Reise elbabwärts nach Hamburg machte. Der gesamte Konvoi hatte eine Länge von fast 180 Metern und um die navigatorisch schwierige Durchfahrt durch die zahlreichen Dresdener Brücken ohne Komplikationen bewältigen zu können, wurde der Schiffsverkehr im gesamten Innenstadtbereich geregelt. Knapp wurde es insbesondere an der Marienbrücke. Aber der Wasserstand der Elbe erlaubte letztlich eine ungefährdete Durchfahrt.

In Hamburg wird dieses gewaltige Bauteil zu einem Chemietanker aufgebaut. Und das  ist keine einmalige Sache. Schiffsrümpfe wie der „CT1004“ werden in Werften an der Elbe in der Tschechischen Republik immer öfter gebaut. Die Elbe bietet sich ja auch an für einen Transport in Richtung Norden, um in küstennahen Werften fertig gebaut zu werden. Die Tendenz spricht für sich: 2006 wurden zehn, 2007 elf, 2008 sechzehn und 2009 bereits achtzehn dieser riesigen Schiffsrümpfe in der Tschechischen Republik hergestellt und auf der Elbe antransportiert. Ein Beleg für die Bedeutung des Flusses als Verkehrsweg vor allem für sehr große und sperrige Güter.

Foto / Text: Andreas Weihs
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