31. August 2010

Hellerau: Und über allem der genius loci

Hellerau: Und über allem der genius loci

Im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau wurde jetzt die letzte architektonische Lücke des GebäudeEnsembles geschlossen. Architekt des Neubaus, der nun an der Stelle des ehemaligen Spänebunkers steht, ist der Münchner Joseph Peter Meier-Scupin, in Dresden schon durch seine Arbeit am Festspielhaus Hellerau bekannt. Durch das neue „Bruno-Paul-Haus“ erhält das GebäudeEnsemble das bisher noch fehlende Element und spiegelt so zusammen mit den rekonstruierten Riemerschmid-Gebäuden, dem zum Restaurant „Schmidts“ umgestalteten Lagerhaus und den neu gebauten Atelierhäusern aus Holz, eine einzigartige Architektur wider.

Die Gastgeber Dr. Wolfgang Thiele und Dr. Wilhelm Zörgiebel begrüßten als Ehrengäste die beiden Töchter des Namensgebers Bruno Paul.

Bruno Paul war als Architekt ein Wegbereiter der modernen Zweckarchitektur, außerdem satirischer Zeichner, erfolgreicher Möbeldesigner und Inneneinrichter. Seit 1911 arbeitete er mit den Deutschen Werkstätten Hellerau zusammen. Paul entwarf 1935 für Karl Schmidt-Hellerau das Anbaumöbelprogramm "Die wachsende Wohnung", das auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis circa 1958 in den Deutschen Werkstätten Hellerau produziert wurde. Auch der Sitz der Architektenkammer Sachsen in der Goetheallee 37 wurde 1928/29 von Bruno Paul entworfen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Im „Bruno-Paul-Haus“ fand zeitgleich die Vernissage zur Ausstellung „Moderne Kunst in Hellerau“  mit Werken von Reiner Tischendorf, Ekkehard Tischendorf, Werner Schellenberg, Rainer Hempel und Colin Ardley statt. Diese Künstler arbeiten seit Jahren in den Ateliers des GebäudeEnsemble und stellen erstmals gemeinsam aus. Die Ausstellung ist zwei Monate, werktags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung zu besichtigen.

Höhepunkt des Abends war im wahrsten Sinne  die Einweihung der imposanten Skulptur „genius loci“ von Colin Ardley über den Köpfen der Gäste. Am ersten Abend noch festlich beleuchtet, wird sie in den nächsten Wochen ihre eigentliche farbliche Gestaltung durch den Künstler bekommen und kann ständig besichtigt werden.

Das GebäudeEnsemble Hellerau hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Anziehungspunkt für zahlreiche innovativer Unternehmen etablieren können. Insgesamt leben und arbeiten etwa 400 Technologen, Naturwissenschaftler, Architekten, Künstler und Designer auf dem Gelände. Der charmante Innenhof und die repräsentativen Tagungs- und Veranstaltungsräume gelten dabei mittlerweile als Geheimtipp in Dresden und werden gern und oft von regionalen, aber auch internationalen Unternehmen für Kongresse, Seminare, Produktpräsentationen und Meetings genutzt.

 

Foto: Der Architekt Joseph Peter Meier-Scupin mit Susanne Droste-Paul (links) und Julia Graf-Paul; im Hintergrund: genius loci

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