13. Oktober 2009

Rückkauf der DREWAG gestartet

Dresden will mit weiteren 163 sächsischen Kommunen die GESO kaufen. Manches kommt schneller als geplant. Im April dieses Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, die Fremdanteile der DREWAG – Dresden besitzt nur noch 55 Prozent–  zurück zu kaufen.

Jetzt ist aber plötzlich in diesem Prozess Eile geboten. Das Bundeskartellamt hatte nämlich festgelegt, dass das Unternehmen EnBW seine 100-prozentige Tochter GESO, die „Mutter“ von DREWAG und ENSO veräußern muss. Das wäre ein klares Signal für die Stadt, nun auch die gesamte GESO zu erwerben und sofort ins Bieterverfahren einzusteigen, meinte Oberbürgermeisterin Helma Orosz, holte sich das OK der Stadtratsfraktionen und hat vergangene Woche die Verträge mit den Miteigentümern der Stadtwerke gekündigt.

Nun will Dresden gemeinsam mit weiteren 163 Kommunen unter dem Dach einer Kommunalen Beteiligungsgesellschaft (KBO) ein Unternehmen bilden, das die Energieversorgung unter kommunaler Regie vereinigt. Eine Lenkungsgruppe mit Vertretern aller Fraktionen soll den Kauf begleiten, der noch in diesem Jahr erfolgen wird.

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann beziffert die Kaufsumme auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Er machte jedoch klar, dass der Stadthaushalt damit nicht einen neuen Schuldenweg bestreiten muss. Die Technischen Werke werden als Käufer auftreten, dafür auch Kredite aufnehmen dürfen, die aus dem künftigen Gewinn relativ schnell zurück gezahlt werden können.

Reiner Zieschank, Geschäftsführer der DREWAG, sieht mit diesem Prozess eine einmalige Chance für einen großen kommunalen Unternehmensverbund in Ostsachsen. Der Firmensitz würde in Dresden bleiben, wo bei ENSO und DREWAG derzeit 2600 Arbeitsplätze zu Buche stehen. Auch mehr Gewerbesteuer wird dann in den Stadthaushalt fließen können.

Das Risiko besteht noch darin, dass auch andere Bieter auftreten. Hier ist also vor allem Verhandlungsgeschick des Finanzbürgermeisters gefragt, der ja auch schon beim Woba-Verkauf eine goldene Hand bewiesen hat.

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