11. Mai 2010

Ernüchterung nach 20 Jahren

Was über viele Jahrzehnte unmöglich war, gab’s vor nun 20 Jahren bei uns gleich zwei Mal innerhalb recht kurzer Zeit: freie Wahlen. Erst wurde 1990 die Volkskammer gewählt und nur zwei Monate später folgte ein demokratischer Urnengang in den Kommunen. Was für aufregende Zeiten! Endlich selbst mitbestimmen zu können, wurde als wahre Lust empfunden. Wie sonst ist diese Wahlbeteiligung von mehr als 71 Prozent z.B. bei der Dresdner Stadtratswahl zu erklären. Wissen Sie noch, wie das Ergebnis ausfiel? Die CDU bekam über 34 Prozent der Stimmen, die SPD mehr als 21 Prozent und die PDS  fast 15 Prozent. Ja, das ist teils Nostalgie. Die SPD kann derzeit  in Dresden von so einem Resultat nur träumen, muss sich der Konkurrenz der Grünen und FDP erwehren. Andererseits jedoch überrascht die relative Konstanz von CDU und Linken (PDS) mit rund 31 bzw. 16 Prozent im vorigen Jahr. Der Reiz des Neubeginns ist aber verflogen: Es ging 2009 in Dresden nicht mal jeder Zweite wählen – ernüchternd!

Hans-Georg Prause

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