13. Juli 2010
Röschenhof nicht länger im Dornröschenschlaf
Der bekannte „Röschenhof“ am Schlachthof im Ostragehege hat eine abwechslungsreiche Geschichte. Um 1910 wurde das Haus von Stadtbaurat Hans Erlwein errichtet und er beherbergte damals die Fleischbörse, einen Festsaal sowie Räume für exklusive Vorstandssitzungen. Nachdem 1993 das Fleischkombinat ausgezogen war, wurde der Bau nur hin und wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt, wenn Partyveranstalter zur Disco geladen haben. (Die Faschingsfeten der „Waterloo Productions“ hatten Kultcharakter!) Glücklicherweise wurde dieser Röschenhof frühzeitig unter Denkmalschutz gestellt, so dass die Abrissbirne keine Chance bekam.Seit Anfang des Jahres wirken nun Handwerker am und im Bau, um mit 2,7 Millionen Euro eine umfassende Frischekur zu machen. Er soll ein weiterer Teil des Konferenzzentrums „Börse Dresden“ werden. In zwei Monaten ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Dann kann der rund 200 Quadratmeter große Gartensaal für Veranstaltungen genutzt werden. Außerdem werden Büros fertig sein. Die Dresden Marketing GmbH zieht im September dort ein. Die Gesellschaft sitzt derzeit noch auf der Theaterstraße zur Miete und kann im neuen Domizil jährlich rund 20 000 Euro sparen.
Im nächsten Jahr kommt dann der Rest des Gebäudes mit dem historischen Festsaal an die Reihe. Die Restauratoren gehen dort besonders sorgfältig zur Sache, um die wertvolle Holztäfelung zu retten. Der amtierende Messechef Ulrich Finger sieht eine variable Nutzung des neuen Teils der Börse Dresden. Seminare und Tagungen, Kongresse im intimen Rahmen, aber auch Unterhaltungsveranstaltungen seien möglich. Und selbst Partys kann er sich dort wieder vorstellen. Die Geschichte geht weiter. U.
Messechef Ulrich Finger vor Ort auf der Röschenhof-Baustelle. Foto: Ruhnau
