20. Juli 2010

Kein Respekt vor roten Ampeln

Das neue Brückenmännchen und die Radfahrer

 

Wieder erschütterte uns eine  Polizeimeldung der letzten Woche: Ein Radfahrer wurde auf der Stübelallee bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt.

Erst weiter in dieser Nachricht erfährt man, dass der 22-Jährige in der Höhe Comeniusplatz aus dem Großen Garten kam, die rote Ampel missachtete und die Stübelallee querte. Dabei kollidierte er mit einer Straßenbahn. Krankenhaus für den Radfahrer, Schock für den Straßenbahner und eine Stunde Behinderung des Bahnverkehrs waren die Ergebnisse.

Ein Vorfall, der  leider  nicht selten ist. Wir alle beobachten täglich, dass manche Radfahrer absolut farbenblind sind und Ampelkreuzungen öfter gefahrvoll queren. Es hat sich mit der Zeit ergeben, dass für manche Radler die Straßenverkehrsordnung nicht zählt.

 Das Fahren auf Gehwegen, oft ohne Rücksicht auf Fußgänger, ist selbstverständlich geworden. Auch dort, wo eigene Radwege vorhanden sind, werden sie nicht benutzt. Auf der Wilsdruffer Straße beobachtete ich in 15 Minuten allein 23 solcher Fälle. Auf der falschen Seite bei geteilten Fahrbahnen zu fahren, eine Riesengefährdung für Autofahrer ist auch gang und gäbe. Wer bei Dunkelheit die Radler zählt, die ohne Licht fahren, bekommt das kalte Grauen. Sogar an Straßenbahnhaltestellen nehmen manche Radfahrer keine Rücksicht auf Fahrgäste.

Ganz schlimm ist die Situation auf dem Elberadweg. Er wird oft von „Halbprofis“ zum Training benutz, für  die 40 km/h kein Problem sind. Im letzten Jahr registrierte die Polizei 48 Unfälle mit Fußgängern. Das ist aber bestimmt nur die Spitze des Eisberges, denn viele Kollisionen werden gar nicht erst angezeigt.

Keine Frage, Radfahren ist gesund und umweltfreundlich. Allerdings können die Radler keinen Freibrief für sich beanspruchen, die Herren der Straße zu sein. Für sie gelten Verkehrsregeln, auch das Verbot von Alkohol und Handys während der Fahrt, wie für alle fahrenden Verkehrsteilnehmer.

Die Ordnungshüter der Stadt müssten wirksamer werden. Eine medienwirksame Aktion im Halbjahr reicht nicht. Auch von der Polizei-Fahrradstaffel habe ich mehr erwartet. Aber die ist kaum zu sehen.

Der  ADFC nimmt die Radfahrer meiner Meinung nach zu sehr in Schutz. Gemeinsam mit der Polizei müsste er stärker  – im Interesse auch der Radfahrer – gegen das Fehlverhalten im Straßenverkehr vorgehen.

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