27. Juli 2010

Räte wollen 250000 Euro mehr aus der Stadtkasse

Das neue Brückenmännchen beim Sommerloch im Stadtrat

 

 Im Bundestag erzählen sich die Politiker der Opposition diesen Witz: Was ist der Unterschied zwischen der CDU und Günther Jauch? Bei der CDU gibt es zuerst die Millionen, dann die Fragen…

Der scheint nun auch auf den Dresdner Stadtrat zu passen. Allerdings will der Kandidat schon bei der 250 000-Euro-Frage aussteigen.

Das ist nämlich die jährliche Summe, die von der CDU-Fraktion gerne auf die Bezüge der ehrenamtlichen Räte draufgeschlagen werden soll. Die Basis-Diät soll 600 Euro statt 400 Euro betragen, und Fraktions-Chefs sollen nach dem Willen der CDU sogar ihre Entschädigung auf 1000 Euro pro Monat verdoppelt bekommen. Dazu kommen dann noch Bezüge aus den Ausschüssen und diversen Aufsichtsratsposten. Ein junger Stadtrat, der inzwischen Dresden verlassen hat, erzählte mit vor fünf Jahren, dass er mit den bisherigen Bezügen ganz gut zurecht kommt. Ihm würde es als Hobbypolitiker besser gehen, als in Vollbeschäftigung mit Mindestlohn.

Inzwischen hat sich der CDU-Vorschlag als echtes Sommerloch-Thema entwickelt. Andere Räte melden sich aus ihrem Urlaub zu Wort und nennen den Wunsch nach mehr Geld instinktlos. Vor allem in einer Zeit, wo überall von Sparen geredet wird, wo es weniger Geld für Kultur und andere Bereich geben soll. André Schollbach, Fraktionschef der Linken, sieht die CDU als Prediger von Wasser, der den Wein aus vollen Kannen genießen will. Christoph Hille von der Bürgerfraktion warnt davor, dass jemand in den Rat geht, um seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Stadtrat sei schließlich ein Ehrenamt.

Da fällt mir nur noch dieser Witz ein: Es gibt Staubsaugervertreter, die verkaufen Staubsauger. Es gibt Versicherungsvertreter, die verkaufen Versicherungen. Und dann gibt‘s noch die Volksvertreter...

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